Finanzierbarkeit

US-Haushälter sehen Klimaschutzmaßnahmen als moderat an

Die Haushaltsexperten des US-Kongresses haben die finanziellen Auswirkungen der vom Repräsentantenhaus anvisierten Klimaschutzmaßnahmen als "moderat" eingestuft. Die Runde setzt sich sowohl aus Demokraten als auch aus oppositionellen Republikanern zusammen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Washington (afp/red) - Wer das Risiko des Klimawandels verringern wolle, müsse "mit gewissen Kosten für die Wirtschaft" rechnen, heißt es in einer Einschätzung des Budget-Büros CBO vom Mittwoch. In dem Büro arbeiten Vertreter der Demokratischen Partei von Präsident Barack Obama und der oppositionellen Republikaner zusammen.

Die Kosten aus dem Kampf gegen den Klimaschutz werden den Berechnungen zufolge "in den kommenden Jahrzehnten" den ökonomischen Nutzen übertreffen. Die geplante Einführung des Handels mit Emissionsrechten werde das Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2020 um schätzungsweise 0,25 bis 0,75 Prozent verringern und im Jahr 2050 um schätzungsweise ein bis 3,5 Prozent. Dies seien jedoch angesichts der anzunehmenden Wachstumsraten "moderate Änderungen", erläuterte CBO-Direktor Douglas Elmendorf. Die direkten Auswirkungen auf die Privathaushalte dürften geringer ausfallen - in einer Größenordnung von 0,1 Prozent Kaufkraftverlust 2012 und von 0,8 Prozent Kaufkraftverlust 2050.

Das vom Repräsentantenhaus verabschiedete Maßnahmenpaket zielt auf eine Verringerung der Kohlendioxid-Emissionen bis 2020 um 17 Prozent gegenüber dem Stand von 2005 ab. Das Umsteuern im Klimaschutz ist in den USA innenpolitisch stark umstritten. Die entscheidende Debatte im Senat beginnt am 27. Oktober. Es gibt erhebliche Zweifel, ob vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen im Dezember ein Beschluss der US-Gesetzgeber vorliegt. Die Weltgemeinschaft ist daran interessiert, dass Washington im Gegensatz zum Kyoto-Protokoll bei künftigen internationalen Klimabeschlüssen mitzieht.