Atomkraftwerk im Elsass

Urteil: AKW Fessenheim bleibt weiter am Netz

Das AKW Fessenheim im Elsass bleibt am Netz. Das Verwaltungsgericht Straßburg lehnte am Mittwoch eine Klage des Trinationalen Atomschutzverbands (TRAS) zur Schließung des Werks ab. Vertreter des TRAS sprachen dennoch von einem wichtigen Teilerfolg. Der staatliche französische Stromkonzern EDF zeigte sich mit dem Urteil zufrieden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Straßburg/Freiburg (dapd-bwb/red) - Axel Mayer, TRAS-Vizepräsident und Geschäftsführer des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sagte, das Gericht gebe dem TRAS zwar recht hinsichtlich fehlender rechtmäßiger Erlasse bezüglich der Wasseremissionen Recht. Er monierte jedoch, dass das Gericht die drängenden Probleme wie Erdbebengefährdung und Alterungserscheinungen bei seiner Entscheidung nicht berücksichtigt habe.

Die Freiburger Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik (Grüne) sitzt im Vorstand des TRAS und sagte, sie sehe sich durch das Urteil bestärkt. "Ich habe noch nie erlebt, dass ein Gericht schon in der ersten Instanz sagt, hier stimmt was nicht", sagte sie auf dapd-Anfrage.

Ein Sprecher des staatlichen französischen Stromkonzerns EDF, der das Kraftwerk noch weitere zehn Jahre betreiben will, sagte: "EDF ist mit dem Urteil zufrieden." Das Kernkraftwerk Fessenheim selbst gab am Mittwoch keine Stellungnahme zum Straßburger Urteil ab.

TRAS hatte den Angaben zufolge im Dezember 2008 beim französischen Verfassungsgericht Klage gegen Fessenheim eingereicht wegen mangelnder Sicherheit bei Erdbeben, Überflutung und Alterung, sowie wegen der Gefährdung von Mensch und Natur.