Arbeiten auf Hochtouren

Ursache für Trafobrand im AKW Krümmel weiter unklar

Die Ursache für den Trafobrand im Atomkraftwerk Krümmel Ende Juni wird voraussichtlich nie gefunden werden. Das Innenleben des Transformators sei völlig zerschmolzen, sagte der Sprecher von Vattenfall Europe Nuclear Energy, Ivo Banek. Die Ursachenforschung dauere aber weiter an.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Geesthacht (ddp/sm) - Der ausgebrannte Trafo wird nach Vattenfall-Angaben bereits verschrottet. Nur die für die Untersuchung relevanten Teile seien gesichert worden. Banek zufolge lässt sich derzeit nur der Beginn des Brandes bis auf den Verlauf jenes Lichtbogens zurückverfolgen, der die 70 Tonnen Öl in dem Aggregat entzündet hatte. Man gehe davon aus, dass die Feuerursache im Trafo selbst gelegen habe.

Unterdessen laufen die Vorarbeiten für den Anschluss des Ersatz-Trafos. Für das fast 500 Tonnen schwere Bauteil müssen bauliche Veränderungen vorgenommen werden, da dieses einen Meter länger als der alte Trafo ist.

Vattenfall rechnet damit, dass der Atommeiler frühestens im Laufe des September wieder angefahren wird. "Wir gehen erst ans Netz, wenn alle offenen Fragen beantwortet und alle Probleme geklärt sind", sagte Banek. Die Probleme beim überhasteten Herunterfahren des Reaktors hätten bislang keine personellen Folgen gehabt, weil "es auch noch keine erkennbaren Fehler gibt", sagte Banek. Das Missverständnis in der Kommunikation zwischen Reaktorfahrer und Schichtleiter sei noch in der Bewertung. "Auf jeden Fall war das schnelle Herunterfahren unnötig, aber es gilt zu prüfen, ob es wirklich ein Fehler war."

Das Ergebnis der von Vattenfall eingesetzten fünfköpfigen Expertenkommission könnte bis Ende August vorliegen. Das Gremium solle Empfehlungen für Sofortmaßnahmen geben, um die Wiederholung einer Pannenkette wie am 28. Juni künftig zu vermeiden. Die letztliche Entscheidung zum Wiederanfahren trifft das schleswig-holsteinische Sozialministerium als zuständige Atomaufsicht.

Außerdem müssten etwa 130 von 630 sicherheitstechnisch wichtigen Spezialdübeln untersucht werden, denn bei vier dieser Halteelemente wurde ein falscher Einbau festgestellt. Doch an den Befestigungen, die Banek zufolge immerhin erdbebensicher sein müssen, hängen aufwendige Konstruktionen. Zudem warte der Betreiber derzeit auf die Genehmigung des sogenannten Beladeplans für den Reaktorkern - also die neue Anordnung der Brennelemente - durch die Kieler Atomaufsicht. Denn von der speziellen symmetrischen Anordnung der unterschiedlich abgebrannten Brennelemente hänge die Leistungsfähigkeit des Reaktorkerns ab. "Wir gehen erst ans Netz, wenn alle offenen Fragen beantwortet und alle Probleme geklärt sind", versichert Banek.