Untersuchungen fortgesetzt

Ursache für Brand im Kernkraftwerk Krümmel weiterhin unklar

Die Ursache für den Brand im Kernkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein ist weiterhin unklar. Nach Angaben des Kieler Sozialministeriums als Aufsichtsbehörde setzten Experten des Germanischen Lloyd, des TÜV-Nord und der Reaktorsicherheit heute die Untersuchungen an dem ausgebrannten Transformator fort.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Kiel (ddp-nrd/sm) - Ersten Erkenntnissen zufolge könne das defekte Bauteil nicht mehr repariert und müsse ausgetauscht werden, sagte Ministeriumssprecher Oliver Breuer. Zudem werde geprüft, ob der zweite Transformator an dem Atommeiler bei dem Brand beschädigt wurde. Bislang gebe es keine Anzeichen dafür, sagte Breuer. Die Gutachter sollen die Belastbarkeit des baugleichen zweiten Transformators untersuchen.

Betreiber Vattenfall Europe will den Reaktor zunächst nur mit einem Transformator wieder anfahren. Dann könnte Krümmel höchstens 60 Prozent der möglichen Leistung liefern. Zum Zeitpunkt des Brandes waren beide 380-Kilovolt-Transformatoren in Betrieb gewesen.

Bereits am Montag inspizierten Sachverständige der Kriminalpolizei im Auftrag der Lübecker Staatsanwaltschaft den Transformator und das Gebäude auf dem Gelände des Kraftwerks. Dabei wurden laut Sozialministeriums keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung gefunden.

Die beiden Kernkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel waren am Donnerstag abgeschaltet worden, nachdem es zunächst in Brunsbüttel zu einem Kurzschluss gekommen war. Dabei kam es zu einem Schwelbrand an der Turbine. Knapp zwei Stunden später brach auf dem Gelände des KKW Krümmel in einem Transformatorgebäude ein Feuer aus.