Förderprobleme

Uranpreis um sieben Prozent gestiegen

Die Stromerzeuger müssen ihren Kernbrennstoff weltweit bald teurer bezahlen. Die Preise für Uranoxid (U3O8) auf dem Spotmarkt haben seit seines 38-jährigen Bestehens zum ersten Mal die 60 US-Dollar pro Pfund-Marke durchstossen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Sarasota, Florida/Berlin (red) - Gemäss der von den Wirtschaftsberatung TradeTech veröffentlichten Zahlen, steht der Wochenpreis für Uran am Spotmarkt inzwischen bei 60,25 US-Dollar pro Pfund. Nachdem Cameco Corp einen "unkontrollierten Wassereinbruch" auf seinem riesigen Cigar Lake Uranvorkommen bekannt gab, stieg der Spotpreis um sieben Prozent. Das weltweit grösste Uranerzbergbauunternehmen kündigte eine Förderunterbrechung von über einem Jahr an.

In einem Telefoninterview sagte Gene Clark, Geschäftsführer von TradeTech, gegenüber dem amerikanischen Wirtschaftsmagazin StockInterview.com: "Das Cigar-Lake-Vorkommen ist für die Branche unentbehrlich. Es ist unbedingt erforderlich, dieses Vorkommen weiter zu erschliessen". Er fügte hinzu: "Selbst wenn die Welt nicht zusammengebrochen ist, so bleibt doch kaum noch Bewegungsspielraum". Vor nicht einmal zwei Monaten wurde Uran am Spotmarkt noch zu 50 US-Dollar pro Pfund gehandelt.

Während des flauen Uranmarkts der 90ger Jahre mussten die Marktteilnehmer bei der Vorhersage der monatlichen Preisbewegungen "mit Pfennigbeträgen rechnen". Wegen der starken Nachfrage und der angespannten Versorgungslage, so Clark, müssen Analysten heute dagegen mit Preisbewegungen in der Grössenordnung von 10 US-Dollar pro Pfund rechnen. "Wenn Sie heutzutage über Uran verfügen, können Sie damit richtig Geld machen", sagte Clark.

Für Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Grüne ist der Preisanstieg erstaunlich, weil sich die weltweite Nutzung der Atomenergie in den letzten Jahren eben nicht über das niedrige Niveau von etwa 2,5 Prozent Deckung der Weltenergienachfrage erhöht habe. Die hohen Uranpreise können nur mit einer Verknappung des Urans trotz niedrigem Verbrauchsniveaus erklärt werden. Damit ist für Fell klar, dass die Ankündigungen vieler Länder auf Ausbau der Atomenergie nicht realisierbar seien, da die Uranressourcen nicht ausreichen werden.

Die Atomwirtschaft habe sogar selbst in ihrem neuesten Red Book erklärt, dass nur unter der Bedingung der Realisierung der geplanten Erweiterungen der Uranförderung der weltweite Bedarf bis 2010 gesichert werden kann, so Fell.

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