Unruhe

Urananlage: Grüne in Gronau lassen Parteimitgliedschaft ruhen

Der Grünen-Ortsverband Gronau kündigte am Samstag in einem "Offenen Brief" an, dass alle zwölf Mitglieder bis auf weiteres ihre Mitgliedschaft in der Partei ruhen ließen. Ein Mitglied sei aus Protest gegen die Erweiterungsgenehmigung für die Uranaufbereitungsanlage bereits ausgetreten.

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Gronau (ddp-nrw/sm) - Die Erweiterungsgenehmigung für die Uranaufbereitungsanlage (UAA) Gronau sorgt weiterhin für Unruhe an der Grünen-Parteibasis in Nordrhein-Westfalen (NRW). Der Grünen-Ortsverband Gronau kündigte am Samstag in einem "Offenen Brief" an, dass alle zwölf Mitglieder bis auf weiteres ihre Mitgliedschaft in der Partei ruhen ließen. Ein Mitglied sei aus Protest gegen die Genehmigung bereits ausgetreten, sagte Vorstandssprecher Karl-Heinz Hoffmann-Hansen am Samstag auf Anfrage.

In dem Brief werden die Grünen-Minister in der nordrhein-westfälischen Landesregierung und der Bundesregierung aufgefordert, bis zum 31. März vor Ort Stellung zu der Erweiterung zu beziehen. "Wir, die Gronauer Grünen, halten die Erteilung der Ausbaugenehmigung für einen Affront und können uns hiermit nicht abfinden", heißt es in dem Brief an die Parteivorstände und Fraktionen der Grünen in Bund und Land weiter.

Der Ortsverband sei 1982 gegründet worden, insbesondere um die Uranaufbereitungsanlage zu verhindern. Die Erweiterung sei ein "Schlag ins Gesicht" für die Grünen in Gronau. Gerade von einer rot-grünen Landesregierung und einer rot-grünen Bundesregierung habe der Ortsverband erwartet, dass alle möglichen Schritte unternommen werden, um den Ausbau politisch zu verhindern.

Das Düsseldorfer Energieministerium hatte am vergangenen Montag die atomrechtliche Genehmigung für den Endausbau der Anlage erteilt. Der Betreiber, die Urenco Deutschland GmbH, darf seine Kapazität damit auf 4500 Tonnen Urantrennarbeit pro Jahr ausbauen. Derzeit ist die Anlage für 1800 Tonnen pro Jahr zugelassen.