Ohne Strom

Unwetter bringen Hunderttausende in Not

Unwetter halten derzeit Teile Europas und Vorderasiens mit Stromausfällen, Sturmschäden und Minusgraden in Schach. Der Iran kämpft gegen den schwersten Schneesturm seit 50 Jahren. Hunderttausende Haushalte sind derzeit ohne Strom. Auch in Österreich und Slowenien verursacht das Wetter große Probleme.

glatte Straßen© pe-foto / Fotolia.com

Ljubljana/Lugo (dpa/AFP/red) – Fehlendes Trinkwasser, Stromausfall und gesperrte Straßen: Der Winter legt in vielen europäischen Regionen das Leben lahm. Eine "Naturkatastrophe größeren Ausmaßes" habe Slowenien getroffen, sagte Verteidigungsminister Roman Jakic am Montag nach einer Krisensitzung in Ljubljana. Ein schwerer Schnee- und Eissturm war am Wochenende über das kleine EU-Land gefegt - rund 115.000 Menschen sind noch ohne Strom. Schneemassen oder Überflutungen machten unter anderem Polen, Italien und Österreich zu schaffen.

Reparaturen können Monate dauern

In Slowenien liegen 500 Tonnen Stahlschrott und Dutzende Kilometer zerstörte Stromleitungen am Boden. Aus Deutschland seien die ersten Stromgeneratoren eingetroffen, die im Zentrum der Sturmschäden bei der Stadt Postojna südwestlich der Hauptstadt installiert werden. Auch die Trinkwasserversorgung war in einigen Orten zusammengebrochen. Die Behebung der Schäden kann laut Jakic Monate dauern. Slowenien hat sich an seine Nachbarn Italien und Österreich ebenso um Hilfe gewandt wie an die EU-Kommission in Brüssel.

Stromausfall in Österreich

Auch in Österreich verursachten die Wetterkapriolen gravierende Probleme. In der Steiermark und in Kärnten waren nach Angaben der Energieversorger rund 17.000 Haushalte ohne Strom. Unter der großen Schnee- und Eislast waren Bäume auf die Stromleitungen gestürzt, sagte ein Sprecher der Energie Steiermark. "Die Reparaturarbeiten in dem teils unwegsamen Gelände sind schwierig und gefährlich." Das Unternehmen gleiche einer Sisyphusarbeit, da auf wieder instand gesetzte Leitungen an anderer Stelle Bäume stürzten. Es sei nicht möglich zu sagen, wann sich die Lage wieder entspanne. Im Süden Österreichs waren zuletzt immense Schneemengen gefallen. Der Niederschlag war am Sonntag teils in Regen übergegangen. In Kärnten sind zudem viele Straßen wegen Lawinengefahr gesperrt.

Heftiger Schneesturm im Iran

Der Norden Irans ist vom heftigsten Schneesturm seit 50 Jahren heimgesucht worden. Die Provinzregierung von Masandaran teilte am Montag mit, über das Wochenende seien zwei Meter Schnee gefallen. Nun seien 500.000 Menschen von der Strom- und Gasversorgung abgeschnitten.

Der Iranische Rote Halbmond kümmerte sich um 11.000 Autofahrer, die in Notsituationen geraten waren. 3.800 Iraner wurden in Notunterkünften untergebracht. In manchen Regionen wurden Temperaturen bis zu minus 18 Grad gemessen, in der Hauptstadt Teheran minus sieben Grad.

Quelle: DPA