Nebenverdienste

Untreue-Ermittlungsverfahren gegen Laurenz Meyer?

Der "Fall Meyer" beschäftigt weiterhin die Öffentlichkeit - und jetzt auch die Staatsanwaltschaft in Dortmund, die gegen den zurückgetretenen CDU-Generalsekretär ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet hat. Laut "Spiegel" will der CDU-Politiker offenbar zurück zu RWE.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Hamburg (ddp). Die Dortmunder Staatsanwaltschaft hat laut "Berliner Zeitung" (Samstagsausgabe) gegen den zurückgetretenen CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue eingeleitet. Wie das Blatt berichtet, werden neben Meyer auch frühere Vorstandsmitglieder des Energiekonzerns VEW als Beschuldigte geführt. Anlass seien 1999 und 2000 an Meyer geleistete Sonderzahlungen in Höhe von 250.000 D-Mark.

Der größte Teil dieser Summe sei ursprünglich als Abfindung für Meyers Ausscheiden aus dem Unternehmen gedacht gewesen, schrieb das Blatt. Obwohl Meyer VEW dann doch nicht verließ, habe er die Gelder bekommen und behalten. Laut Staatsanwaltschaft solle aufgeklärt werden, ob durch diese Zahlungen die damaligen VEW-Aktionäre geschädigt worden seien.

Die Zeitung berichtet weiter, Meyer habe nur einen Tag nach seinem Rücktritt als CDU-Generalsekretär bezüglich der weiteren Behandlung seines bis dahin ruhenden Arbeitsvertrages Kontakt zum RWE-Konzern aufgenommen, dem Nachfolger von VEW. Offen sei, ob Meyer bereits mit Wirkung ab Januar 2005 erneute Gehaltsansprüche gegenüber dem Konzern hat, schreibt das Blatt. Weder Meyer noch der Energiekonzern hätten sich dazu äußern wollen.

"Der Spiegel" berichtet am Samstag vorab, Meyer habe REW mitgeteilt, dass er wieder für die Arbeit im Unternehmen zur Verfügung stehe. Eine entsprechende Erklärung habe der CDU-Politiker bereits zum Jahreswechsel gemacht, schreibt das Magazin unter Berufung auf Unternehmenskreise. Ob Meyer, der bei der VEW zuletzt als kaufmännischer Leiter in einer Bezirksdirektion gearbeitet habe, tatsächlich an einen Schreibtisch beim Energieversorger zurückkehren wolle, sei aber noch unklar.