Schließung gefordert

Untersteller: Grundremmingen nicht sicher

Das AKW Grundremmingen soll nicht genügend gegen Erdbeben geschützt sein. Das geht aus einem Dokument hervor, das bereits im vergangenen Jahr verfasst wurde, berichtet Spiegel Online. Die Landesregierung Baden-Württembergs verlange auf Grundlage dessen die vorzeitige Schließung des Werks.

Kühltürme© jomare / Fotolia.com

Hamburg (AFP/red) - Die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg will nach einem Medienbericht die vorzeitige Schließung des bayerischen Atomkraftwerks Gundremmingen durchsetzen. Der "Spiegel" berichtete am Freitag vorab über ein entsprechendes Schreiben des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller (Grüne) an seinen bayerischen Amtskollegen. Untersteller argumentiert demnach, dass die Notstromversorgung des Atommeilers, der unmittelbar an der Grenze zu Baden-Württemberg steht, schon seit Inbetriebnahme nicht ausreichend gegen Erdbeben geschützt sei.

Mangel seit Jahrzehnten

Untersteller beruft sich demnach auf ein Gutachten vom vergangenen Jahr und äußerte "außerordentliches Befremden" darüber, dass dieser Mangel seit Jahrzehnten vorliege und die bayerische Atomaufsicht dies ignoriere, obwohl in einem derartigen Fall ein Widerruf der Betriebsgenehmigung gesetzlich vorgesehen sei. Untersteller versucht dem Bericht zufolge nun gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl (Grüne) über das Bundesumweltministerium als oberste Atomaufsichtsbehörde, die Schließung von Gundremmingen zu erzwingen. Eigentlich sollen die beiden Kraftwerksblöcke Ende 2017 beziehungsweise Ende 2021 vom Netz.

Bereits Anfang März berichtete Spiegel Online von dem unveröffentlichten Papier, das die mangelnden Sicherheitsanforderungen des Kraftwerks dokumentiert. Das Gutachten stammt von der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) des Bundesumweltministeriums und wurde bereits am 14. November 2013 verfasst.

Quelle: AFP