Besser Erneuerbare

UNO-Umweltexperte: Atomkraft keine Lösung

Der ranghöchste deutsche Diplomat bei den Vereinten Nationen (UNO), Achim Steiner, sieht die Atomkraft nicht als geeignetes Mittel, um die globale Erderwärmung in den Griff zu bekommen. Der Umgang mit der Kernenergie wird auch bei der Weltklimakonferenz auf Bali eine Rolle spielen.

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Osnabrück (ddp/sm) - "Technisch gesehen mag Atomkraft Teil eines Energiemix sein. Eine Lösung im Kampf gegen Klimawandel ist sie sicher nicht", sagte der Nachfolger von Klaus Töpfer als Leiter des UNO-Umweltprogramms UNEP der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe).

Steiner ist überzeugt, dass der weltweite Energiebedarf "theoretisch schon heute" durch regenerative Energien zu decken sei. Praktisch sei dies "eine Frage von weiterer Technologieentwicklung". "Hätten wir die öffentlichen Gelder, mit denen in den vergangenen 30 bis 40 Jahren die Entwicklung der Nukleartechnologie gefördert worden ist, in erneuerbare Energien investiert, würde die weltweite Energieversorgung durch regenerative Energie nicht wie derzeit noch in den Kinderschuhen stecken", sagte er.

Vor der am Montag beginnenden UNO-Klimakonferenz hat der Klimaberater von Bundeskanzlerin Merkel, Hans Joachim Schellnhuber, die Erwartungen gedämpft. "Die Konferenz ist nur eine, die darüber entscheidet, ob man nach ihr überhaupt ernsthaft verhandeln will", sagte Schellnhuber im RBB-Inforadio. Er erwarte bestenfalls einen Beschluss über einen Fahrplan und die Verhandlungsthemen für ein Kyoto-Nachfolgeabkommen.

"Das Wichtigste von allem ist ein Ziel: die Global-Erwärmung einzudämmen. Möglichst auf unter 2 Grad über vorindustriellem Niveau", sagte der Chef des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. "Wir müssen dafür die Emissionen gegenüber dem Niveau von 1990 weltweit um mindestens 50 Prozent reduzieren, besser wäre noch 60 Prozent. Was wiederum für die Industrieländer bedeutet, 80 Prozent Reduktion mindestens bis 2050."