Unerwünscht

Unmut über geplantes Zwischenlager in Hanau wächst

Die Bürger in Hanau wollen sich gegen das in ihrer Stadt geplante Zwischenlager für radioaktive Abfälle mit aller Macht wehren. Knapp 100 Bürger versammelten sich am Mittwochabend im Stadtteil Wolfgang um ihrem Ärger Luft zu machen. Auch Politik und Verwaltung wollen die Planungen der NSC verhindern.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hanau (ddp/sm) - Wie berichtet, plant die Firma NCS, eine Tochter der Deutschen Bahn, auf dem ehemaligen Nukleargelände in Hanau-Wolfgang ein Zwischenlager für schwach- und mittelstark radioaktive Abfälle aus deutschen Atomkraftwerken. In dem neuen Zwischenlager soll mindestens zehn Jahre lang bis zu 3000 Kubikmeter schwach- und mittelaktiver Atommüll deponiert werden.

Die Hanauer Bürger wissen die Kommune hinter sich. "Ein weiteres Atommülllager ist unerwünscht und wir werden mit allen möglichen juristischen und politischen Mitteln dafür kämpfen, das zu verhindern", sagte Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Die Stadtverordnetenversammlung hatte bereits am Montagabend eine Änderung des Bebauungsplans beschlossen, um die Nutzung als Zwischenlager zu verhindern. Derzeit weist das Gelände noch eine uneingeschränkte industrielle Nutzung aus.

Die Stadt ärgert vor allem, dass sie ein bereits existierendes Zwischenlager duldet, weil sie keine anderen Kommunen Altlasten aus Hanauer Beständen zumuten wollte. "Es scheint, als würde dieses Entgegenkommen jetzt missbraucht werden", kritisierte Hanaus Baudezernent Ulrich Müller (SPD)."Die Zukunft Hanaus heißt Brüder-Grimm-Stadt und nicht Plutoniumstadt", ergänzte Kaminsky.