Kein Komplett-Ausstieg

Unions-Umweltminister halten nur bedingt an Kernenergie fest

Der bayerische Umweltminister Markus Söder hat deutlich gemacht, dass es auch unter einer künftigen schwarz-gelben Bundesregierung keine komplette Abkehr vom Atomausstieg geben werde. Auch die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner sagte: "Es wird keine Laufzeitverlängerung zum Nulltarif geben."

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - "Es gibt weder einen Blankoscheck noch eine Ewigkeitsgarantie", sagte Söder dem "Tagesspiegel am Sonntag" laut Vorabbericht. Die neue Regierung werde "nicht Anwalt der Stromkonzerne sein, sondern der Verbraucher". Klar dürfte sein, dass eine Laufzeitverlängerung für die Energiekonzerne nicht billig zu haben ist.

Zukunft liegt bei erneuerbaren Energien

D Gönner schwebt vor, dass die Konzerne mindestens die Hälfte ihrer "zusätzlichen Gewinne durch längere Laufzeiten" zur Finanzierung von erneuerbaren Energien und der Energieforschung, etwa Speichertechnologien, abführen. Söder spricht sogar von einem "großen Teil der Zusatzgewinne". Einig sind sich Söder und Gönner darin, dass die Zukunft bei den erneuerbaren Energien liegt.

Atomkraft als Brückentechnologie

Söder betonte, dass "die Kernenergie eine Brückentechnologie" sei. "Wir wollen den Umstieg auf erneuerbare Energien." Deshalb hält er auch Forderungen für chancenlos, den Vorrang für erneuerbare Energien aufzugeben. Die Kanzlerin sei in diesen Fragen eine gute Partnerin. Gönner sagte: "Natürlich muss der Vorrang der erneuerbaren Energien erhalten bleiben. Sonst werden sie abgewürgt."