Beschluss

Union und FDP einig über längere AKW-Laufzeiten (Upd.)

Union und FDP haben sich darauf verständigt, die Laufzeiten für so genannte sichere Atomkraftwerke zu verlängern. Ebenso einig war man sich allerdings darüber, Details noch nicht im Koalitionsvertrag festzuhalten. Vorwürfe nach einer "Hängepartie" wurden zurückgewiesen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Umwelt- und Wirtschaftspolitiker von Union und FDP haben sich auf längere Laufzeiten für Atomkraftwerke verständigt. Sie wollen der großen Koalitionsrunde vorschlagen, eine Verlängerung der Laufzeiten an Sicherheitskriterien zu knüpfen, verlautete am Donnerstag aus Unions-Kreisen. Konkrete Jahresangaben sollen allerdings nicht in den Koalitionsvertrag aufgenommen werden.

AKW-Gewinne in erneuerbare Energien investieren

Die Frage der Laufzeiten soll danach in ein energiepolitisches Gesamtkonzept eingebettet werden, hieß es. Atomkraft sei eine "Brückentechnologie", bis erneuerbare Energien grundlastfähig seien. Einigkeit erzielten die künftigen Bündnispartner offenbar auch darüber, dass die Hälfte der Zusatzerträge der Stromkonzerne in den Ausbau erneuerbarer Energien investiert werden soll. Unklar ist noch, ob die Kraftwerksbetreiber die Beträge in einen Fonds oder eine Stiftung einbezahlen sollen.

Gorleben soll weiter erkundet werden

Die Unterhändler der Arbeitsgruppe Umwelt verständigten sich ferner darauf, die Erkundungsarbeiten im Zwischenlager Gorleben fortzusetzen. Wie aus einem Textentwurf der Umweltarbeitsgruppe für den Koalitionsvertrag hervorgeht, soll der von Rot-Grün verhängte Erkundungsstopp aufgehoben werden. Ein internationales Experten-Team solle prüfen, ob Gorleben internationalen Standards als Endlager genüge, heißt es in dem Papier, das der Nachrichtenagentur ddp vorliegt. Die Endlager Asse und Morsleben sollen "in einem zügigen und transparenten Verfahren" geschlossen werden.