Großprojekt

Uniklinik Heidelberg erhält KWKK-Anlage

Bieterkonsortium Alstom/Kraftanlagen Heidelberg erhält den Zuschlag für eine 160-MW-Anlage, mit deren Montage umgehend begonnen wurde - Technische Details zur Anlage.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com
Die Harpen Energie Contracting GmbH (HEC) hat den Generalunternehmer-Auftrag für eine 160-MW-Anlage zur Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung (KWKK) an der Heidelberger Universität an ein Bieterkonsortium erteilt, das aus den Unternehmen Alstom Energietechnik GmbH und Kraftanlagen Anlagentechnik Heidelberg GmbH besteht. Ausschlaggebend gewesen seien zum einen das Angebot, zum anderen die Kompetenz der beiden Unternehmen, wie HEC-Geschäftsführer Peter Korak sagte.

Die Dortmunder HEC hatte infolge einer europaweiten Ausschreibung im Januar des vergangenen den Auftrag zur Energieversorgung des Uniklinikums Heidelberg erhalten hatte. Nachdem im April 2000 die bestehende Wärmeversorgungsanlage der Universitätsklinik übernommen und optimiert wurde, erfolgt derzeit bereits die Montage der neuen KWKK-Anlage und des Kältenetzes.

HEC wird zunächst bis zum Jahr 2025 alle Einrichtungen des Universitätsklinikums Heidelberg, das Deutsche Krebsforschungsinstitut sowie den neu errichteten Technologiepark III mit jährlich rund 150.000 MWh Wärme für Warmwasserbereitung und Heizung, 13.000 MWh Dampf für Sterilisation, Küchenbetrieb und Wäscherei sowie mit 46.000 MWh Kälte für Klimaanlagen und Kühlräume versorgen. Die gesamte installierte Leistung für Wärme/Dampf, Kälte und Strom wird 160 MW betragen.

Die neue Gasturbinenanlage der vom Bieterkonsortium zu errichtenden KWKK-Anlage verfügt über eine Feuerungswärmeleistung von ca. 41 MW, eine elektrische Leistung von ca. 14 MW und eine thermische Leistung von ca. 20 MW. Als Brennstoff wird Erdgas eingesetzt.

In dem nachgeschalteten Abhitzekessel, in den die Abgase der Gasturbine geleitet werden, können über eine Zusatzfeuerung durch Verbrennung des Restsauerstoffgehaltes weitere 18 MW Wärmeleistung erzeugt werden. Die Gasturbinenanlage mit Abhitzekessel wird künftig die Wärmegrundlastversorgung der Universitätsklinik übernehmen, während das bestehende Heizwerk zur Spitzenlastdeckung eingesetzt wird.

Eine Kältezentrale mit einer Kälteleistung von max. 35 MWkt (Endausbau) ersetzt in Zukunft die bisher dezentralen Kompressions-Kälteerzeugungsanlagen. Die Kältezentrale wird über zwei Absorptionskältemaschinen für die Grundlastversorgung und drei Kompressionskältemaschinen zur Spitzenlastabdeckung in einem neuen Gebäude in unmittelbarer Nähe zum bestehenden Heizhaus errichtet.

Ein neu zu installierendes Kältenetz von rd. 3,5 km Länge wird die Kälteverteilung zu den einzelnen Kältezentralen auf dem Universitätsgelände sicherstellen. Insgesamt werden 10 Kälteübergabestationen errichtet.

Durch den Einsatz der neuen KWKK-Anlage, die Wärme als Koppelprodukt erzeugt, wird die Kohlendioxid-Bilanz erheblich verbessert. Zum Absinken der Kohlendioxid-Emissionen trägt auch der Einsatz von Absorptionskältemaschinen bei, die als Antriebsenergie die Abwärme der Gasturbine nutzen.