Höhere Energieausbeute

Uni Rostock testet neuartige Biogasanlagen für Zoos

Die Tiere im Rostocker Zoo machen Mist - viel Mist. Mit Hilfe von Wissenschaftlern der Rostocker Universität versucht der Zoo nun, aus seinem Tierdung Kapital zu schlagen. Mit Biogasanlagen könnte aus Mist Wärmeenergie gewonnen und damit sowohl Heizkosten als auch Entsorgungswege gespart werden.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Rostock (ddp-nrd/sm) - Die Idee ist nicht neu, die Umsetzung aber mit den gemischten Bioabfällen verschiedener Tierarten durchaus, wie Norbert Kanswohl von der Agrarwissenschaftlichen Fakultät erklärt. "Wir haben auf der einen Seite organische Substanzen und auf der anderen Seite Mikroorganismen, die diese mögen. Die Mikroorganismen fressen die Substanzen und produzieren dabei unter anderem brennbares Methan, also genau das Biogas, das wir haben wollen." In der Landwirtschaft werde dieses Verfahren schon lange genutzt. Weil aber die Verdauungsprodukte von Elefant, Bär und Nilpferd ganz anders zusammengesetzt sind als jene von Schwein oder Rind, sind die bisherigen Erfahrungen nicht einfach übertragbar.

Daher wird nun in der Agrarwissenschaftlichen Fakultät experimentiert. "Wie viel Methan lässt sich aus welchen Substanzen gewinnen? Welche Mischungsverhältnisse sind optimal?" - das seien im Moment die aktuellen Fragen, sagt Kanswohl. Die Forschungsergebnisse könnten auch für Landwirte interessant sein. Etwa die Hälfte aller Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern laufe mit geringer Ausbeute. Ein Grund seien die strukturellen Veränderungen, beispielsweise in der Geflügelhaltung. Mehr als die Hälfte aller Legehennen lebe inzwischen in alternativer Haltung, was wiederum bedeute, dass ihr Kot nicht pur, sondern vermengt mit viel Stroh anfalle und dieser sei schwerer zu zersetzen als Kot.

Auf das Problem sind die Forscher auch im Zoo immer wieder gestoßen. Jetzt wird getestet, wie das sperrige Material entweder biologisch, also beispielsweise mit Hilfe von Pilzen, oder physikalisch aufgebrochen werden kann.

Noch etwa drei bis vier Jahre werde es dauern, bis taugliche Anlagen für den Zoo aufgebaut werden können. Dann aber wäre der finanzielle Nutzen für die Einrichtung enorm. Daneben hofft der Zoo auch auf einen Bildungseffekt, denn anhand der Biogasanlagen erhielten Besucher einen Einblick in erneuerbare Energien.