Lob für Japan

UN-Klimagipfel: Gabriel fordert mehr Engagement der USA

Nach dem UN-Klimagipfel in New York richten sich die Blicke auf Kopenhagen. Mit Japan hat die EU nun erstmals Unterstützung von einem weiteren Industrieland bekommen. Die USA machen allerdings weiterhin keine konkreten Zusagen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sieht die Verhandlungen für Kopenhagen aber auf dem richtigen Weg.

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Berlin (ddp/red) - Mehr als 100 Regierungsvertreter waren am Dienstag der Einladung Bans nach New York gefolgt, um über die Folgen des Klimawandels zu beraten. Nach dem Gipfel äußerte sich Ban vorsichtig optimistisch. In zentralen Punkten habe es eine Annäherung gegeben, sagte der UN-Generalsekretär. So hätten die Staats- und Regierungschefs die Notwendigkeit eingesehen, die Treibhausgasemissionen bis 2050 im Vergleich zu 1990 um mindestens 50 Prozent zu verringern. Ban warnte jedoch auch, dass bis zur Weltklimakonferenz weniger als 80 Tage blieben. Die verbleibenden Wochen seien entscheidend.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) appellierte am Dienstag in einer Videobotschaft an die versammelten Staats- und Regierungschefs, die weltweiten CO2-Emissionen bis zum Jahr 2050 um mindestens 50 Prozent zu verringern. Bis spätestens 2020 müsste der Treibhausausstoß seinen Höhepunkt erreicht haben, bekräftigte die Kanzlerin. Sie warnte, der Klimawandel werde "zu unkontrollierbaren Risiken und dramatischen Schäden führen, wenn wir nicht entschlossen gegensteuern - nicht irgendwann, sondern jetzt". Umweltminister Gabriel forderte, das Treffen in New York dürfe keine "Eintagsfliege" bleiben. Unmittelbar vor den Verhandlungen zum Weltklimaabkommen in Kopenhagen sollten deshalb mindestens die Regierungschefs der G20-Staaten zu einem erneuten Treffen zusammenkommen.

Lob für Japans Einsparziele - Enttäuscht über USA

Lobend äußerte sich der Umweltminister über die Rede des neuen japanischen Ministerpräsidenten Yukio Hatoyama. Erstmals habe die Europäische Union mit Japan jetzt ein Industrieland an ihrer Seite, das ähnlich ambitionierte Ziele im Klimaschutz verfolge. Die Rede von US-Präsident Barack Obama sei hingegen hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Gabriel warnte vor einem Scheitern des Kopenhagener Gipfels, "wenn die USA nicht bereit sind, deutlich zu machen, wie sie in den nächsten Jahren im Klimaschutz aufholen wollen."

Positiv bewertete hingegen der frühere Chef des UNO-Umweltprogramms und ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) die Rede Obamas. "Er geht das Thema Klimawandel konkret an und es zeigt sich in internationalen Verhandlungen, dass er jene Führerschaft übernimmt, die wir dringend auf diesem Gebiet brauchen."

Der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) forderte die Einhaltung der selbstgesteckten Ziele. "Wir haben natürlich schon viele hoffnungsvolle Signale gehört", sagte BUND-Chef Hubert Weiger nach dem New Yorker Gipfel und fügte hinzu, es fehle aber an der konkreten Umsetzung. Auch Deutschland habe Nachholbedarf.