Wette verloren!

Umweltversandhandel Waschbär stellt Insolvenzantrag

Da hat der Freiburger Ökoversandhandel Waschbär den Mund wohl zu voll genommen: Noch im Januar 2000 hat das Unternehmen mit der Bundesregierung gewettet, zuerst die Voraussetzungen für die Abschaltung eines Atomkraftwerks schaffen zu können. Am Mittwoch wurde Insolvenz angemeldet.

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Die Wette hat der Freiburger Umweltversand Waschbär wohl verloren! Noch im Januar des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen des ehemaligen Geschäftsführers des renommierten Freiburger Öko-Instituts, Leo Pröstler, der Bundesregierung eine ungewöhnliche Wette angeboten. Zusammen mit der Naturstrom AG wollte Waschbär noch vor der Bundesregierung die Voraussetzungen zum Abschalten eines Atomkraftwerkes schaffen. Dazu wurden an alle Kunden Einspar-Kraftwerkspakete verschickt, die in verschiedenen Stufen die Umstellung auf Ökostrom vorsahen. Am Mittwoch musste die Geschäftsleitung der Waschbär Umwelt Produkt Versand GmbH in Freiburg und ihrer Tochtergesellschaft Alb Natur GmbH jetzt allerdings einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens stellen.

Nach Angaben des Unternehmens wurde diese Maßnahme durch eine aktuelle Finanz- und Ertragskrise ausgelöst, die auf verschiedene Sonderfaktoren zurückzuführen sei. Hierzu zählten insbesondere eine im zweiten Halbjahr 2000 branchenweit feststellbare Nachfrageschwäche im Textilbereich und ein nicht plangemäßes, risikobehaftetes finanzielles Engagement bei der in 2000 erworbenen Tochtergesellschaft. Zu Beginn dieses Jahres wurde ein neues Logistikzentrum im Industriegebiet Nord bezogen. Ein hierfür vorgesehener Beteiligungspartner sprang kurzfristig ab und ein erster Kunde für die Abwicklung von Logistik-Dienstleistungen musste Insolvenz anmelden. Gespräche über eine strategische Fusion oder neues Eigenkapital waren in den vergangenen Monaten erfolglos verlaufen, so dass die Insolvenz unumgänglich gewesen sei. Nach Einschätzung der Geschäftsleitung besteht die konkrete Chance, auch während des Insolvenzverfahrens eine Fortführung des Unternehmens zu gewährleisten. Es sei deshalb davon auszugehen, dass eingehende Kundenbestellungen wie bisher ausgeführt werden können.