Permanentes Risiko

Umweltverbände pochen auf Atomausstieg (Upd)

Die Umweltverbände sehen sich nach den jüngsten Störfällen bei Kernkraftwerken in ihrer Forderung nach einem raschen Atomausstieg bestätigt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mahnte am Freitag, es bestehe "das permanente Risiko eines schwerwiegenden Unfalls".

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin/Bonn (ddp/sm) - BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm forderte, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse bei dem Energiegipfel am Dienstag den Wirtschaftsvertretern klar machen, dass es keine längeren Laufzeiten für Atomkraftwerke geben werde.

Auch der Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR), Hubert Weinzierl, warnte davor, im Zuge der Klimadiskussion "klammheimlich an einer Renaissance der Atomkraft zu basteln". Er betonte: "Alte Atom- und neue Kohlekraftwerke versperren uns den Weg in eine sicherere Energiezukunft." Ihr Einsatz führe zu nicht rückholbaren Konsequenzen und sei deshalb "unmoralisch".

Weinzierl forderte statt dessen eine "Effizienz-Revolution". Nur so könne Deutschland den internationalen Verpflichtungen gerecht werden. Die Drohung von Teilen der Industrie, im Falle einer konsequenten Klimaschutzpolitik aus Deutschland abzuwandern, bezeichnete der DNR-Präsident als "lächerlich".

Nach Ansicht des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) geht mit der Wiederinbetriebnahme des Atomkraftwerks Brunsbüttel am Sonntag der "nukleare Blindflug ohne Rücksicht auf Verluste" weiter. BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz betonte, die Bevölkerung rund um das Atomkraftwerk Krümmel, aber auch bei allen anderen Atomanlagen werde einem enormen Unfallrisiko und einem weiter wachsendem Atommüllberg ausgesetzt. Der Umweltverband bezeichnete diese Situation als unverantwortlich und forderte den Sofortausstieg aus der Atomenergie.

Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) hat die "ungebührliche Hektik" beim Wiederanfahren Atomkraftwerks scharf verurteilt. Der Störfall sei keineswegs vollständig aufgeklärt, erklärte die Umweltorganisation. "Der Verdacht liegt auf der Hand, dass es Vattenfall angesichts von zwei ausgefallenen Atomkraftwerken binnen weniger Stunden um nichts weiter als ökonomische Schadensbegrenzung geht", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake.