"Mogelpackung"

Umweltverbände kritisieren Energielabel für Autos

Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die geplanten Neuerungen bei der Energieverbrauch-Kennzeichnung für Autos als "verbraucherfeindliche Mogelpackung" bezeichnet. Der Bundesrat solle den Gesetzentwurf zu der Kennzeichnung am Freitag ablehnen, forderte der Autoclub deshalb.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/afp/red) - Der Gesetzesvorschlag sei "maßgeblich von der Autoindustrie beeinflusst und bevorzuge schwere Limousinen", kritisiert der VCD. Leichte Fahrzeuge würden hingegen benachteiligt.

Die Pläne der Bundesregierung sehen vor, den CO2-Ausstoß eines Autos pro Kilometer ins Verhältnis zu seinem Gewicht zu setzen. Daraus ergibt sich am Ende ein Wert, dem eine Note zugeordnet wird: zunächst von A+ für einen äußerst klimafreundlichen Wagen bis G für einen Spritschlucker. Wie schon bei Elektrogeräten üblich, können Autokäufer dadurch auf einen Blick erkennen, wie klimafreundlich das neue Auto ist.

Fläche in Berechnung mit einbeziehen

"Grundsätzlich" sei eine Kennzeichnung dieser Art zu begrüßen, erklärte der VCD. Allerdings sollte zur Notenvergabe nicht das Gewicht, sondern die Fläche des Autos in die Rechenformel mit einbezogen werden. "Kunden kaufen ein Auto nicht wegen des Gewichts, sondern der Größe", erklärte der Referent für Verkehrspolitik beim VCD, Michael Müller-Görnert. Sie gebe einen guten Wert für die Größe und den Platz im Wagen an.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland erklärte: "Wenn ein Luxus-Geländewagen wie der Audi Q7 mit einem Spritverbrauch von acht Litern ein grünes Label bekommt und ein Kleinwagen wie der Opel Corsa mit einem Verbrauch von fünf Litern ein gelbes, dann stimmt etwas mit der Kennzeichnung nicht."