Standpunkt

Umweltverbände fordern echten Neuanfang bei Endlagersuche

Die Umweltverbände in Deutschland haben generell positiv auf den heute vom Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte vorgelegten Abschlussbericht reagiert. Während der NABU forderte, den Weg für einen grundlegenden Neuanfang bei der Suche nach einem Endlager frei zu machen, sollten nach Meinung des BUND die EVU's die Kosten tragen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Anlässlich der heute überreichten Empfehlungen des "Arbeitskreises Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AkEnd)" hat der Naturschutzbund NABU die Bundesregierung aufgefordert, den Weg für einen grundlegenden Neuanfang bei der Suche nach einem Atommüllendlager frei zu machen. "Ein neues Auswahlverfahren ist nur dann glaubwürdig, wenn sich die Bundesregierung komplett von alten Festlegungen löst und nicht zwei Standorte weiter in der Hinterhand behält", sagte NABU-Präsident Jochen Flasbarth.

Nach Ansicht des NABU habe der AkEnd gute Arbeit geleistet. "Die Empfehlungen des Arbeitskreises sind weitgehend vernünftig", so Flasbarth. Entscheidend sei nun, wie damit weiter umgegangen werde. Der NABU-Präsident forderte daher eine umfassende Beteiligung der Umweltverbände an den weiteren Verfahrensschritten.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat indes verlangt, dass die für die Entstehung des Atommülls Verantwortlichen auch für dessen sichere Lagerung sorgen müssten. Wichtigstes Kriterium bei der Suche nach einem Endlager für den hochgefährlichen Atommüll sei die größtmögliche Sicherheit vor radioaktiver Strahlung. Die Kosten für Suche und Einrichtung des Endlagers hätten die Betreiber der Atomkraftwerke zu tragen. Renate Backhaus, Atomexpertin im BUND-Bundesvorstand: "Für die weitere Endlagersuche muss Deutschland als eine weiße Landkarte gelten. Es darf keine Vorfestlegungen geben, nicht auf Gorleben und nicht auf Salzgitter. Der finanzielle Aufwand, der bei der Suche entsteht, darf nicht auf die Steuerzahler abgewälzt werden. Die Kosten sind von jenen zu tragen, die gegen den Widerstand großer Teile der Bevölkerung in die Atomenergie eingestiegen und für den Atommüll verantwortlich sind."