Umweltverbände fordern Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com
Die deutschen Umweltverbände BUND, NABU, WWF, DNR, Germanwatch, und Forum für Umwelt und Entwicklung haben sich heute in einer gemeinsamen Erklärung für den sofortigen deutlichen Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ausgesprochen. Nach Auffassung der Umweltverbände sei die KWK ein zentrales Instrument für den Schutz des Klimas und ihr Ausbau ein absolutes "Muss" für die rot-grüne Bundesregierung.


Der neueste Bericht der Sachverständigengruppe für Klimafragen IPCC belege, wie dringend der Ausstoß an Treibhausgasen gesenkt werden muss. "Die immer häufigeren Naturkatastrophen und Klimaextreme der letzten Jahre sind ein Menetekel: Wir müssen handeln", forderte Anja Köhne vom DNR. Die Umweltverbände kritisierten, dass die Bundesregierung nicht entschieden den Angriffen der fünf größten Stromkonzerne auf den Ausbau der KWK entgegentrete. Diese wollten sich durch ein "Aktionsprogramm Klimaschutz" der Verpflichtung zum Ausbau der KWK entziehen. Bei näherer Betrachtung erweise sich deren "Aktionsprogramm" als Mogelpackung, mit der sich die Industrie aus der Verantwortung stehlen wolle. "Das gesamte deutsche Klimaschutzprogramm droht zu einem zahnlosen Tiger zu werden, wenn der Anteil der Kraft-Wärme-Kopplung nicht deutlich gesteigert wird", befürchtete NABU-Präsident Jochen Flasbarth. Das Instrument der 1. Wahl bleibe das KWK-Zertifikatehandelmodell.


"Nur wenn die Bundesregierung jetzt schnell und wirksam handelt, können die Klimaschutzmaßnahmen noch rechtzeitig greifen. Und nur dann kann Deutschland seinen internationalen Verpflichtungen zur Reduktion des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2) gerecht werden", so Gerhard Timm, Geschäftsführer des BUND. Das Ziel einer Minderung der CO2-Emissionen um 23 Millionen Tonnen dürfe nicht verfehlt werden. "Schröder darf vor der Großindustrie auf keinen Fall in die Knie gehen. Der KWK-Ausbau ist Teil des schon verabschiedeten Klimaschutzprogramms der Bundesregierung", forderte Regine Günther, Leiterin des Klimareferates beim WWF, abschließend.