Diesel & Co.

Umweltstudie: Rußpartikel sind schwere Klimasünder

Rund die Hälfte der Temperaturerhöhung in der Arktis ist auf Rußpartikel zurückzuführen. Das geht aus einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) hervor, deren Zusammenfassung am Mittwoch vom Bündnis "Rußfrei fürs Klima", einem Zusammenschluss mehrerer Umweltverbände, vorgestellt wurde.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - "Der Ruß lagert sich auf Eis- und Schneeflächen ab", erklärte Dietmar Oeliger, Verkehrsexperte des Naturschutzbunds Deutschland (NABU). "Dadurch wird mehr Sonnenwärme aufgenommen, Schnee und Eis schmelzen schneller."

"Die UN-Studie ist deshalb so wichtig, weil damit endlich auch offiziell Rußpartikel als Klimatreiber identifiziert wurden", sagte Axel Friedrich, internationaler Verkehrsberater. "Über die klimaschädigende Wirkung von CO2 wird schon lange gesprochen, beim Thema Ruß wurden wir bislang belächelt."

Filterpflicht angemahnt

Die Berechnungen für die Studie ergaben, dass mit entschiedenen Maßnahmen gegen Ruß- und Methan-Emissionen die Erderwärmung deutlich verlangsamt werden könnte. Rund 0,5 Grad weniger Temperaturerhöhung könnten bis 2050 damit erreicht werden - verglichen mit der Temperaturerhöhung, die es geben wird, wenn nichts gegen die Emissionen getan wird - lautet das Ergebnis der Studie "Integrated Assessment of Black Carbon and Tropospheric Ozone".

In Europa besonders relevant seien die Emissionen aus Diesel-Fahrzeugen. Die Studie zeige, dass man mit dem Einbau von Rußpartikelfiltern eine "doppelte Dividende" hätte, sagte Heiko Balsmeyer, Verkehrsexperte beim Verkehrsclub Deutschland (VCD). "Man tut etwas für die Gesundheit und fürs Klima." Besonders wichtig sei jetzt auch eine Filterpflicht für Baumaschinen, Schiffe und Dieselloks.