Steinkohle

Umweltschützer verlangen Abkehr vom Kraftwerksprojekt in Lubmin

Nach dem Aus für das umstrittene Kohlekraftwerk in Bremen hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) einen Verzicht auf ein ähnliches Projekt in Lubmin gefordert. Der dänische Energiekonzern DONG Energy plant unmittelbar neben dem stillgelegten AKW Lubmin den Bau von zwei 800-Megawatt-Blöcken.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Schwerin (ddp-nrd/sm) - Die Landesregierung müsse endlich Alternativkonzepte für einen arbeitsmarktpolitisch und ökologisch sinnvollen Ausbau von Erzeugerstrukturen im Energiesektor aufgreifen, sagte Naturschutzreferent Arndt Müller in Schwerin.

Es gebe bessere Wege Arbeitsplätze zu schaffen als mit einem klimaschädlichen Steinkohlekraftwerk. Verschiedene Studien hätten gezeigt, dass der Aufbau zahlreicher kleinerer Erzeugungseinheiten auf Basis erneuerbarer Energien ein Kraftwerksprojekt wie Lubmin ersetzen und 2000 statt der dort geplanten 200 Arbeitsplätze schaffen könnten.

DONG Energy will ein Steinkohlekraftwerk mit zwei 800-Megawatt-Blöcken bauen. Das von der Landesregierung befürwortete, etwa 1,5 Milliarden Euro teure Steinkohlekraftwerk soll spätestens 2012 in Betrieb gehen und dann jährlich 3,6 Millionen Tonnen Importsteinkohle verstromen. Die Mehrheit der Einwohner von Lubmin hatte sich gegen den geplanten Bau in dem Seebad ausgesprochen.

Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) verteidigte das Projekt. "Mecklenburg-Vorpommern kann es sich nicht leisten, eine Investition von 1,4 Milliarden Euro ziehen zu lassen", sagte der Regierungschef der "Ostseezeitung" (Freitagausgabe). Wenn nicht in Lubmin ein Steinkohlekraftwerk gebaut werde, dann mit Sicherheit anderswo. Er könne allerdings verstehen, dass die Diskussion zurzeit die Gemüter errege, fügte Ringstorff hinzu. Das Land setze auch weiter auf erneuerbare Energien.