Atomausstieg

Umweltschützer setzen auf Unions-Anhänger bei Anti-Atom-Demo

Nach den kritischen Äußerungen des scheidenden Präsidenten des Umweltbundesamtes und CDU-Mitglieds Andreas Troge zur Atomkraft hoffen Umweltschützer auf die Beteiligung vieler Unions-Anhänger an der Anti-Atom-Demonstration am 5. September in Berlin.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Gorleben (ddp/red) - "Wenn einer der renommiertesten Umweltschützer aus den Reihen der CDU sich für den Atomausstieg ausspricht und seine Partei wegen ihrer Pro-Atom-Position deutlich kritisiert, dann spricht er damit vielen Anhängern der Union aus der Seele", erklärte der Sprecher der bundesweiten Initiative "Ausgestrahlt", Jochen Stay, am Donnerstag in Gorleben.

Knappe Hälfte der Unionsanhänger für Atomausstieg

In einer Forsa-Umfrage vom April hätten sich 47 Prozent der CDU/CSU-Anhänger für den Atomausstieg ausgesprochen, sagte Stay. 18 Prozent wollten sogar, dass der Ausstieg beschleunigt werde. "Es würde mich freuen, wenn sich auf der Demonstration in Berlin ein 'Schwarzer Block' aus atomkritischen Unions-Anhängern bildet", sagte Stay. Zu der Kundgebung rufen zahlreiche Bürgerinitiativen und Umweltgruppen auf, die Veranstalter rechnen mit bis zu 100.000 Teilnehmern.

CDU-Mitglied Troge kritisiert Atomkurs der Union

Troge hatte sich gegen längere Laufzeiten von Kernkraftwerken gewandt. Er warne davor, "ausgerechnet die Laufzeit der älteren Reaktoren zu verlängern", sagte er der Wochenzeitung "Zeit". Wenn andere CDU-Mitglieder die Kernenergie als "Ökoenergie" bezeichneten, verschlage es ihm geradezu die Sprache, sagte Troge. Mit nachhaltiger Entwicklung habe die Nutzung der Kernkraft "nichts zu tun".