Niedersachsen

Umweltschützer rechnen Mitte November mit Atomtransport nach Grohde

Umweltschützer rechnen ab Mitte November mit dem umstrittenen Transport plutoniumhaltiger Brennelemente ins niedersächsische Atomkraftwerk Grohnde. Die Transportroute werde bisher zwar noch geheim gehalten, sagte ein Sprecher des Jugendumweltnetzwerks Niedersachsen. Es sei aber in jedem Fall zu erwarten, "dass der Transport quer durch Niedersachsen rollt".

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Hameln (ddp/red) - Die sogenannten Mischoxid-Brennelemente stammen aus der britischen Wiederaufbereitungsanlage Sellafield. Ursprünglich sollten sie per Schiff nach Cuxhaven gebracht und dort auf Lastwagen umgeladen werden. Der Cuxhavener Hafenbetreiber und später auch der Bremer Senat lehnten die Abwicklung des Transportes über ihre Hafenanlagen jedoch ab. Nach Angaben des Jugendumweltnetzwerks könnte der Transport nun über die Häfen Nordenham oder Emden ungeschlagen werden.

Der Transport war zunächst für September vorgesehen. Nach Protesten der Kommunen erklärte der Grohnde-Betreiber E.ON, der Transport werde um mindestens zwei Monate verschoben. "Der Mischoxid-Brennelemente-Transport ist besonders gefährlich, weil er mit 200 Kilogramm besonders viel Plutonium enthält", sagte Netzwerk-Sprecher Tobias Darge. Daraus könnten "mindestens 15 Atombomben" gebaut werden.

Am vergangenen Wochenende hatten Anti-Atom-Initiativen aus ganz Deutschland bei einem Treffen in Hitzacker zu Protesten gegen den Transport aufgerufen.