Testkäufe

Umweltschützer monieren Trickserei beim Glühbirnenverkauf

Umweltschützer werfen dem Einzelhandel Trickserei beim Verkauf inzwischen verbotener Glühbirnen-Typen vor. Nach Angaben der Deutschen Umwelthilfe (DUH) vom Freitag sind noch immer große Bestände an energetisch ineffizienten Glühlampen im Handel zu finden. Das war bei Testkäufen festgestellt worden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Testkäufer hätten in 30 von 88 untersuchten Geschäften zahlreiche Glühbirnen aus Klarglas mit mindestens 75 Watt Leistung entdeckt. Gemäß EU-Recht dürfen diese aber seit 1. September nicht mehr in den Verkehr gebracht werden - es sei denn, es handelt sich dabei um Restbestände.

Genau hier liegt der Knackpunkt: Bau- und Elektronikmärkte ebenso wie Drogerien, Supermärkte und andere Kaufhäuser rechtfertigen den Weiterverkauf damit, dass die Glühlampen schon vor dem Verkaufsverbot auf Lager gewesen seien. Allerdings fanden die Testkäufer laut DUH auch zahlreiche matte Glühbirnen und solche mit mindestens 100 Watt Leistung in den Regalen. Und deren Vertrieb ist bereits seit 1. September 2009 verboten.

"Das Argument der Restbestände ist absurd - mehr als ein Jahr nach dem Stichtag", kritisierte DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch in Berlin. Vielmehr untergrabe der Handel die europäische Gesetzgebung zum Klimaschutz und nutze "jedes noch so kleine Schlupfloch für Profit". Resch sieht im Verkauf von "künstlich angehäuften Restbeständen" einen formaljuristischen Winkelzug des Einzelhandels und forderte die Ordnungsbehörden zum Einschreiten auf.

Die Europäische Kommission hatte im März 2009 die schrittweise Abschaffung besonders energieintensiver Glühlampen beschlossen. Sie verwies auf Schätzungen, wonach durch sparsamere Alternativen jährlich bis zu elf Milliarden Euro eingespart werden können. Der Verkauf besonders ineffizienter Glühlampen aus Milchglas und solcher aus Klarglas mit mindestens 100 Watt Leistung ist seit 1. September 2009 untersagt - sofern es sich dabei nicht um Restbestände handelt. Ein Jahr später wurde dieses Verbot auf sämtliche matten Glühbirnen und klare Glühlampen mit mindestens 75 Watt Leistung ausgedehnt.