Vergleich mehrerer Standorte

Umweltschützer fordern mehr Anstrengungen bei Endlager-Suche

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung zu verstärkten Bemühungen bei der Suche nach einem Endlager für hochradioaktiven Müll aufgefordert. "Es gibt weltweit noch kein Endlager und auch Deutschland ist von einer Lösung weit entfernt", sagte BUND-Energieexperte Thorben Becker der Nachrichtenagentur ddp.

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Berlin (ddp/sm) - Er fügte hinzu: "Wir dürfen das Problem nicht weiter vor uns herschieben." Becker sprach sich für ein "aufwändiges Verfahren mit klaren wissenschaftlichen Kriterien und einer Beteiligung der Bevölkerung" aus. Auf ein Restverständnis der Menschen könne man nur hoffen, "wenn wir gleichzeitig mit der Müll-Produktion aufhören".

Das kleinste Übel finden

Da es keine praktischen Erfahrungen mit der Endlagerung von hochradioaktiven, abgebrannten Brennstäben aus Atomkraftwerken gebe, müssten zudem mehrere Standorte angeschaut und verglichen werden. "Es gibt wahrscheinlich keine optimale Lösung", sagte der Umweltschützer. Vielmehr werde wohl nur auf die "bestmögliche von vielen schlechten Möglichkeiten" hinauslaufen.

Gorleben ungeeignet

Der Energie-Experte betonte: "Das Endlager müsste eigentlich Strahlenschutz für eine Million Jahre leisten." Der Salzstock Gorleben sei dafür "definitiv nicht geeignet". Einerseits gebe es grundsätzliche Bedenken an der Lagerung in Salz, da Wasser eintreten könne und es dadurch zum Kontakt der radioaktiven Stoffe mit dem Grundwasser komme. Auch fehle dort ein Mehrbarrierensystem. "Das heißt, es gibt zu wenige Schutzstufen durch geologische Schichten in Richtung Grundwasser", erläuterte er.

Becker verwies darauf, dass der Standort Gorleben nicht nach wissenschaftlichen Kriterien ausgewählt worden sei. Vor rund 30 Jahren habe man lediglich nach der entlegensten Ecke gesucht.