Umweltpreisträger üben herbe Kritik

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"Der Staat räumt den erneuerbaren Energien zu geringe Priorität ein. Es fehlt ihm am Mut, sich von der üblichen Lobbypolitik zu verabschieden und den Energiemarkt von Verzerrungen zu befreien. Er traut sich nicht, den Energieerzeugern die echten Nutzungskosten von Öl, Gas und Kohle etwa durch eine Kohlendioxid-Steuer in Rechnung zu stellen. So nimmt er den erneuerbaren Energien jede Chance und verbaue künftigen Generationen Perspektiven." Harte Worte mit denen der Klimaforscher Prof. Dr. Klaus Hasselmann und der Solarunternehmer Georg Salvamoser die Umweltpolitik in Deutschland kritisieren. Vor einem Jahr wurde ihnen gemeinsam mit den Professoren Dr. Lennart Bengtsson und Dr. Hartmut Graßl der mit einer Million Mark höchstdotierte Umweltpreis Europas der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (Osnabrück) verliehen.


In einem Interview auf der Internetseite der Umweltstiftung forderte Salvamoser neue Rahmenbedingungen für eine behutsame Energienutzung. Betriebe und Konzerne müssten verpflichtet werden, neben betriebswirtschaftlichen auch gesellschaftliche Belange zu berücksichtigen. Zu erneuerbaren Energien gebe es keine Alternative. Salvamoser: "Es ist nun mal keine Frage des ob oder des ob nicht. Es ist nur die Frage, wann die Umstellung auf eine regenerative Energieversorgung erfolgen muss. Je früher wir das erkennen und umsetzen, desto sanfter wird der Übergang. Je später wir umstellen, desto härter wird er."


Auch Hasselmann ist überzeugt davon, dass der Staat dringend korrigierend eingreifen und den Klimaschutz und die Nachhaltigkeitsziele bewusst in unser Marktwirtschaftssystem einbringen müsste. Dies könne er nur, wenn er den Energieversorgungsunternehmen die echten Kosten der Nutzung fossiler Energieträger etwa über eine Kohlendioxid-Steuer in Rechnung stelle. Denn der Energiemarkt könne nur dadurch von seinen derzeitigen Verzerrungen befreit werden, dass auch die Kosten umgelegt würden, die als Folge der globalen Erwärmung durch die Nutzung von Öl, Gas und Kohle entstünden.


(ots)