Sonnenkinder

Umweltpädagoge bringt Kindern Wirkung der Sonnenenergie näher

Umweltpädagoge Heiner Giersch vom Unabhängigen Institut für Umweltfragen (UfU) in Halle bringt Vorschulkindern aus Halle in spielerischen Experimenten die Wirkung der Sonnenenergie näher. "Ich möchte sie für erneuerbare Energien begeistern, einem wichtigen Thema des Klimaschutzes", sagt Giersch.

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Halle (ddp-lsa/sm) - Timon darf als erster die magische Wirkung der Solarzelle ausprobieren. Der Fünfjährige hält sie dicht an die künstliche Sonne - eine Lampe. Die ist verbunden mit einem kleinen Motor, den er mit der anderen Hand hält und auf dem sich plötzlich sein selbst gebastelter Papier-Propeller dreht. "Das ist ja cool", ruft der Junge voller Begeisterung und ist stolz über sein gelungenes Ventilator-Experiment. Nun wollen auch die anderen Kinder seiner Gruppe wissen, was Lisa Licht und ihre drei Sonnenschwestern noch alles können.

Bis zum Oktober ist Giersch mit seinem blauen Experimentierkoffer in insgesamt 15 Kindereinrichtungen von Halle unterwegs, um Vorschulkindern spielerisch die Wirkung der Sonnenenergie näher zu bringen. In seinen Experimenten erklärt er, wie Sonnenenergie dank einer oder mehrerer Solarzellen in Strom, Wärme oder Bewegung umgewandelt werden kann. An vier Projekttagen lernen sie in einer Fortsetzungsgeschichte zunächst Lisa Licht, später Steffi Strom, Wilma Wärme und zuletzt das Sonnenkind Bärbel Bewegung kennen. Bei schönem Wetter wird draußen experimentiert. Ist es regnerisch, müssen die Mädchen und Jungen mit der künstlichen Sonne vorlieb nehmen.

Nach Timon sind Elisabeth und Arno dran. Sie finden heraus, dass die Wirkung der Lichtquelle stärker wird, wenn sie die Solarzelle ganz nahe daran halten. Völlig aus dem Häuschen ist die Gruppe, als wenig später mehrere Solarzellen eine Mini-Waschmaschine, einen Ventilator und ein kleines Radio gleichzeitig antreiben.

Entstanden ist die Idee des Sonnenkinder-Projektes bereits 2004 im Unabhängigen Institut für Umweltfragen in Berlin. Halle ist Giersch zufolge die zweite Stadt, in der Wilma Wärme und Co. Vorschulkinder zum Staunen bringen. Gefördert wird das Projekt vom Landesverwaltungsamt sowie der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz Sachsen-Anhalt. Die sehr spezielle Aufklärungsarbeit des Instituts fand bereits im vergangenen Jahr ihre Anerkennung: Die Sonnenkinder wurden als UNESCO-Weltdekade-Projekt geehrt und mit dem Sonderpreis bei der Umweltpreisverleihung in Sachsen-Anhalt ausgezeichnet.