Geothermie

Umweltministerium präzisiert Rolle bei Institutsgründung

Nach Irritationen innerhalb der rheinland-pfälzischen Landesregierung um die Finanzierung des in Gründung befindlichen Instituts für Geothermisches Ressourcenmanagement, hat Umweltministerin Margit Conrad (SPD) die Rolle ihres Hauses bei der Institutsgründung präzisiert.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Die Ministerin habe "auf Einladung" der Universität Mainz und der Fachhochschule Bingen eine Veranstaltung besucht, um sich über die Forschungskooperation beider Einrichtungen im Bereich der Geothermie "zu informieren", nicht um diese vorzustellen, hieß es aus ihrem Haus. Die Ministerin begrüße die Zusammenarbeit sehr. Die Entscheidung, ein Institut zu gründen, sowie die Form der Gründung liege aber bei den Hochschulen selbst.

Zudem seien auf der Veranstaltung Forschungsprojekte zur Geothermie vorgestellt worden, die auch das Umweltministerium fördere, hieß es weiter. Auf die Frage nach der Finanzierung des Instituts sei auf die Forschungsförderung durch Umwelt- und Wirtschaftsministerium sowie durch Unternehmen verwiesen worden.

Das Wirtschaftsministerium hatte im Anschluss an die Veranstaltung die Darstellung zurückgewiesen, es sei an der Finanzierung des sich neu gründenden Instituts beteiligt. Das Ministerium habe lediglich der Transferstelle TSB Bingen 50 000 Euro Fördergelder für ein Studienvorhaben zu "Verfahren zur Kühlung beziehungsweise Wärmenutzung bei der geothermischen Stromerzeugung" gewährt. Dabei handele es sich aber um ein eigenständiges Projekt des Wirtschaftsministeriums und nicht um eine Kooperation mit dem Umweltministerium oder aber ein Projekt des sich neu gründenden Instituts.

Auch Wirtschaftsminister Hans-Artur Bauckhage (FDP) setzt beim Ausbau der erneuerbaren Energien im Land auf die Erdwärme. "Jedes Megawatt Strom aus Geothermie macht uns vom Ausland unabhängiger", sagte Bauckhage am Freitag bei der Vorstellung der "Initiative Geothermie" in Mainz. Es gelte, die "besondere Gabe der Natur" in Rheinland-Pfalz zu nutzen.

Mit der Initiative sollen laut Bauckhage Investitionen in die oberflächennahe Geothermie angeregt werden. Das Landesamt für Geologie und Bergbau solle als Koordinator und Moderator die Zusammenarbeit zwischen Staat, Wissenschaft, Kommunen und Wirtschaft fördern und noch in diesem Jahr einen Geothermieatlas für Planer und Häuslebauer vorlegen. Ein Institut sei dafür nicht nötig, fügte der Wirtschaftsminister hinzu.