Umweltministerium: Gesundheitsvorsorge im Strahlenschutz wird gestärkt

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Bundesumweltminister Jürgen Trittin und der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, haben sich dafür ausgesprochen, die Gesundheitsvorsorge im Strahlenschutz weiter zu stärken. Zwar sei die Strahlenbelastung der Deutschen im internationalen Vergleich erfreulicherweise als gering einzustufen, dennoch gebe es Möglichkeiten zur weiteren Reduzierung, sagte Trittin anlässlich der Vorstellung des Jahresberichtes 1999 des Bundesamtes für Strahlenschutz in Berlin. Dazu werde die Novellierung der Strahlenschutzverordnung ebenso beitragen wie die geplante Novelle der Röntgenverordnung.


Bundesumweltminister Jürgen Trittin sagte, dass mit der Novellierung der Strahlenschutzverordnung europäisches Strahlenschutzrecht umgesetzt und das bestehende Strahlenschutzniveau in der Bundesrepublik dem internationalen Stand der Wissenschaft angepasst und fortentwickelt werde . So ist beispielsweise vorgesehen, die Dosisgrenzwerte aus der Nutzung radioaktiver Stoffe und ionisierender Strahlung für die Bevölkerung von 1,5 auf 1 Millisievert pro Jahr abzusenken. Für Personen, die beruflich Strahlung ausgesetzt sind, wird der Grenzwert für die effektive Dosis von bislang 50 auf 20 Millisievert pro Jahr sinken. Erstmals bundesweit geregelt wird der Bereich der natürlichen Strahlungsquellen. So werden u.a. die Fluggesellschaften zum Schutz des Flugpersonals künftig zu Vorsorgemaßnahmen verpflichtet, um den Grenzwert von 20 Millisievert im Kalenderjahr einzuhalten. Auch schwangere Frauen, die beruflich Strahlung ausgesetzt sind, werden besser geschützt. Darüber hinaus dürfen künftig Konsumgütern keine radioaktiven Stoffe - auch weit unterhalb der Freigrenzen - zugesetzt werden. In der Vergangenheit hatten insbesondere vereinzelte Fälle von strahlendem Schmuck für öffentliche Diskussionen gesorgt. "Die Novelle der Strahlenschutzverordnung, die mit der Strahlenschutzkommission, den Ländern und Verbänden bereits erörtert wurde, soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden, so dass die Strahlenbelastung in der Praxis weiter reduziert werden kann," sagte Minister Trittin.


Der anhaltende Handy-Boom in Deutschland und der damit verbundene Ausbau des Mobilfunknetzes in Deutschland verdient nach Ansicht von Bundesumweltminister Trittin auch unter Strahlenschutzgesichtspunkten verstärkt Beachtung. Die Grenzwerte der seit 1997 gültigen Elektrosmog-Verordnung (26. BImschV) erfassen die Sendeanlagen der Mobilfunknetzbetreiber. Die Strahlenschutzkommission des Bundes (SSK) prüft derzeit, ob hinsichtlich der Sendeanlagen neue Vorsorgeregelungen notwendig sind. Darüber hinaus ist das Bundesumweltministerium bereit, mit Vertretern der Telekommunikationsbranche Gespräche über Fragen elektromagnetischer Felder und ihrer Wirkungen auf den Menschen vor allem im Hinblick auf die bevorstehende Einführung der dritten Mobilfunk-Generation (UMTS) zu führen.


Der Jahresbericht 1999 des Bundesamtes für Strahlenschutz ist unter www.bfs.de abrufbar.