Kein Allheilmittel

Umweltminister warnt vor Fehlentwicklungen bei Bioenergie

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) warnt vor möglichen Fehlentwicklungen beim Anbau von Bioenergiekulturen. Zwar könne das Land vom Boom der erneuerbaren Energien profitieren, jedoch seien der Nutzung auch Grenzen gesetzt, so der Minister.

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Cottbus (ddp-lbg/sm) - "Wir stehen heute am Scheideweg zwischen Goldgräberstimmung und nachhaltigem Ausbau", sagte Woidke zur Eröffnung eines internationalen Bioenergie-Kongresses in Cottbus. Brandenburg könne vom Boom der erneuerbaren Energien profitieren. Bis 2020 sei eine Verdopplung der Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe vorstellbar, die im vergangenen Jahr knapp 92.000 Hektar betrug. Dies entspricht 8,7 Prozent der Ackerfläche.

Bei der Nutzung von Bioenergie seien aber auch Grenzen gesetzt, sagte der Minister als Schirmherr der Tagung. Dabei führte er unter anderem die Entwicklung der Lebensmittel- und Bodenpreise sowie die Gefahr von Monokulturen an. "Nicht zu vergessen sind Importe von Bioenergieträgern aus der Dritten Welt, die unter fragwürdigen ökologischen Bedingungen produziert und nach Europa transportiert werden", fügte er an.

Ein Ausweg, um Fehlentwicklungen zu vermeiden, sei die Verbesserung der Biomassetechnologien. Neben dem Neubau von Anlagen zur Nutzung von Bioenergie sei dabei die Forschung zur höheren Energieausbeute der Anlagen bedeutsam. "Biomasse ist der Alleskönner unter den erneuerbaren Energien, weil sie gleichermaßen zur Erzeugung von Elektrizität, Wärme und Kraftstoffen einsetzbar ist und aufgrund ihrer guten Lagerfähigkeit Energie zeitlich und räumlich flexibel bereitstellt", sagte Woidke. Sie sei aber "kein Allheilmittel". Brandenburg setze deshalb weiter auf einen Mix aus verschiedenen Energieträgern.