Einmütiges Votum

Umweltminister beschließen Aus für sieben Alt-Akw

Die Umweltminister der 16 Bundesländer haben sich einhellig dafür ausgesprochen, die derzeit vorübergehend stillgelegten sieben ältesten deutschen Atomkraftwerke nicht mehr ans Netz zu lassen. Das teilte Sachsen-Anhalts Umweltminister Onko Aeikens (CDU) am Freitag als ein Ergebnis der Umweltministerkonferenz in Wernigerode mit.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Wernigerode (afp/red) - Generell forderten die Umweltminister einen "frühestmöglichen gesetzlichen Ausstieg aus der Kernenergie". Sachsen-Anhalt hat derzeit den Vorsitz der Konferenz.

Weitere Beschlüsse

"Die Länder bitten den Bund, auf der Grundlage der Berichte der Reaktorsicherheits- und der Ethikkommission eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, damit die vom Moratorium betroffenen Kernkraftwerke dauerhaft und rechtssicher vom Netz bleiben können", erklärte Aeikens. Für die verbleibenden Akw solle die Bundesregierung ein "ehrgeiziges und realistisches Konzept" für einen Atomausstieg vorlegen. Der Umbau der Energieversorgung hin zu erneuerbaren Energien muss demnach "spürbar beschleunigt werden". Stromnetze und Stromspeicher sollen zügig ausgebaut werden.

Krümmel blieb außen vor

In der Erklärung nicht erwähnt wird die Zukunft des Akw Krümmel, das derzeit nach einer Reihe von Pannen ebenfalls abgeschaltet ist. Auch eine Jahreszahl für den vollständigen Ausstieg wird nicht genannt. Neben dem Ausbau erneuerbarer Energien treten die Umweltminister für moderne fossile Kraftwerke ein, besonders für hocheffiziente Gaskraftwerke und Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Hierbei müsse die Einhaltung der nationalen Klimaziele sichergestellt werden. Besonders wichtig seien hierfür auch niedrigere CO2-Emissionen im Gebäude- und Verkehrsbereich.