Emissionen

Umwelthilfe will Feinstaubgrenze auch für Benziner

Die für Diesel-Pkw vorgeschriebenen Feinstaubgrenzwerte sollen nach dem Willen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) auch für benzinbetriebene Autos gelten. Der von Benzinern mit Direkteinspritzung ausgestoßenen Partikel übertreffen einem Test zufolge die Diesel-Grenzwerte um ein Vielfaches.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Die DUH und der Verkehrsklub VCD stellten in Berlin am Donnerstag die Versuchsergebnisse mit zwei handelsüblichen Autos mit Benzin-Direkteinspritzung vor, einem VW Golf 1,2 und einem BMW 116i.

Gesundheitsgefährdender Feinstaub

Bisher sind den Angaben zufolge eine halbe Million Benzin-Autos mit der neuen Direkteinspritzung unterwegs. Der von ihnen emittierte Feinstaub sei ähnlich gesundheitsgefährdend wie der von Dieselautos ohne Filter, sagte der Verkehrsberater Axel Friedrich. Er könne vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Störungen der Atemwege und sogar Krebs hervorrufen.

Besonders hoch seien die Emissionen dieser Motoren bei hohen Geschwindigkeiten. Gerd Lottsiepen vom VCD und Friedrich nahmen dies zum Anlass, die für eine Typzulassung vorgeschriebenen Fahrzyklen zu kritisieren, mit denen die Emissionen ermittelt werden. Sie stammten teilweise noch aus den 60er Jahren und seien weltfremd.

Direkteinspritzung trotzdem befürwortet

Lottsiepen sagte, die Umweltorganisationen begrüßten grundsätzlich die Motorentechnologie der Direkteinspritzung, weil sie zu deutlichen Effizienzgewinnen führe. Er gab sich zuversichtlich, dass die Autoindustrie sich diesem Anliegen nicht verschließen werde. Um die bisher nur für Dieselautos geltenden Grenzwerte einzuhalten, müsse in die Benziner ein Filter eingebaut werden, der um die 100 Euro zusätzlich koste. Verglichen mit anderem Zubehör in den Autos, sei dies ein "Peanuts-Betrag".