Kritik

Umwelthilfe fordert mehr Taten für den Klimaschutz

Die Deutsche Umwelthilfe fordert die Bundesregierung auf, im Klimaschutz ihren Ankündigungen auch Taten folgen zu lassen. Zwar habe sich Deutschland in punkto Klimaschutz als Vorreiter positioniert, doch insbesondere beim Thema Auto passiere noch viel zu wenig.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Geschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, bemängelte in einer klimapolitischen Bilanz zum Jahreswechsel eine "tiefe Kluft zwischen internationalem Auftritt, nationaler Proklamation und praktischem Stillstand".

Deutschland habe sich international zum Antreiber und Hoffnungsträger im Kampf gegen den Klimawandel positioniert, sagte Resch. Dies sei auch ein Verdienst von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD). Bei der ersten Gelegenheit nach der Klimakonferenz von Bali, abstrakte Ziele und konkretes Handeln in Deckung zu bringen, habe Deutschland aber "grandios versagt". Resch bezog sich auf die deutsche Ablehnung des EU-Vorschlags zur Begrenzung der CO2-Emissionen von neuen Autos.

Die Umwelthilfe kritisierte ferner die Aufrechterhaltung des Dienstwagenprivilegs und das Nein der Regierung zu einem allgemeinen Tempolimit. Die Umwelthilfe wolle weiter Druck machen, um bis 2010 eine allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung auf Straßen zu erreichen.

Auch energiepolitisch bremsten die divergierenden Kräfte der großen Koalition den Fortschritt. Mit den geplanten neuen Braun- und Steinkohlekraftwerken werde jeder ambitionierten und langfristig angelegten Klimapolitik die Grundlage entzogen. Die Umwelthilfe warnte ferner davor, Atomkraftwerke länger als vereinbart laufenzulassen. Auch dürften die Beschlüsse zu den Erneuerbaren Energien nicht verwässert werden.