CO2-Verbrauch

Umwelthilfe bemängelt Dienstwagen deutscher Politiker

Die deutsche Umwelthilfe hält die Dienstwagen deutscher Politiker nach wie vor für Klimakiller. Wie der Verein in einer am Donnerstag in Berlin veröffentlichten Studie moniert, sei die Mehrheit der Autos übermotorisiert und verbrauche daher zu viel Sprit.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/red) - Der Geschäftsführer der Umwelthilfe, Jürgen Resch, forderte Bundes- und Landesregierungen auf, gesetzlich festzulegen, dass kein Dienstwagen künftig mehr als 140 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer ausstoßen dürfe.

Die größten Klimakiller sind nach Angaben der Umwelthilfe die Autos von Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) (348 g CO2/km), an zweiter Stelle folgt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU). Er verlor im vergangenen Jahr einen Prozess gegen die Umwelthilfe und musste daraufhin die Werte seines Wagens offenlegen. Mit seinem Audi A 8 W12 quattro mit einem Ausstoß von 324 Gramm CO2 pro Kilometer liege Rüttgers hinter Koch auf Platz zwei der "Klimakiller-Limousinen", teilte der Verein mit.

Die Sprecher beider Ministerpräsidenten bemängelten, dass der Vergleich der Umwelthilfe hinke. Rüttgers und Koch hätten gepanzerte und daher schwerere Sicherheitsfahrzeug, betonten Sprecher in Düsseldorf und Wiesbaden. Es gebe nur wenige Hersteller, die diese Sicherheitsfahrzeuge produzierten. Koch habe sich zudem bewusst für einen VW Phaeton entschieden, da Volkswagen ein großes Werk in Kassel habe.

Auch die beiden FDP-Bundesminister Rainer Brüderle und Philipp Rösler fahren den Angaben zufolge Autos mit einem hohen Schadstoffausstoß von jeweils 249 Gramm C02 pro Kilometer. Das Bundesgesundheitsministerium verwies darauf, dass die derzeit von Minister Rösler verwendeten Dienstwagen bereits vor dem Regierungswechsel angeschafft wurden. Für die nächsten Wochen sei ein Umstieg auf ein schadstoffärmeres Auto geplant. Auch Brüderle hat der Umwelthilfe zufolge bereits ein umweltfreundlicheres Auto bestellt.

Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) und ihr Amtskollege und Parteifreund aus Sachsen-Anhalt, Wolfgang Böhmer, wurden in dem Bericht hingegen für den niedrigen Schadstoffausstoß ihres Dienstwagens gelobt. Beide lassen sich in einem BMW 730 Ld (180g CO2 /km) chauffieren. Insgesamt sieht die Umwelthilfe "langsame Fortschritte" beim Umweltbewusstsein deutscher Politiker bezüglich des Spritverbrauchs.

Nicht berücksichtigt wurden bei der vierten Erhebung den Angaben zufolge aus Sicherheitsgründen gepanzerte und deshalb schwerere Dienstfahrzeuge wie das von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).