Strom-News
Hoffen auf KlimagipfelKlimaforscher sehen dem Klimagipfel von Kopenhagen im Dezember mit großen Erwartungen und begrenztem Optimismus entgegen. Wissenschaftler machten am Samstag in Göttingen auf einem Klimakongress deutlich, dass energische Initiativen gegen die Erderwärmung ergriffen werden müssten, rechnen in Kopenhagen aber nicht mit einem großen Wurf.
Berlin (ddp/red) - Der Klimaforscher Mojib Latif von der Universität Kiel bezweifelt einen Erfolg in Kopenhagen. "Ich glaube nicht, dass da der große Wurf gelingt", sagte er. Latif warf Politik und Wirtschaft ein "kollektives Versagen" beim Klimaschutz vor. Alle Beteiligten wüssten, dass energische Maßnahmen gegen die Erderwärmung ergriffen werden müssten und dass diese sich auf Dauer auch ökonomisch rechneten. Stattdessen herrsche ein "kurzfristiges Denken" vor. "Viele Unternehmen blicken nur auf die nächsten Quartalszahlen, viele Politiker auf die nächsten Wahlen", kritisierte Latif.
Nach Ansicht des Göttinger Physikers Jonas Norpoth ist der Kampf gegen den Klimawandel zwar aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll. "Den Konzernen verhageln solche Maßnahmen aber kurzfristig die Bilanzen." Norpoth verwies darauf, dass bei Klimakonferenzen "Industrielobbyisten in Hundertschaften" im Hintergrund die Fäden zögen.
Der Göttinger Chemie-Professor Rolf Bertram betonte, dass die technischen Lösungen für eine Umstellung der Energieversorgung auf Sonne, Wind und Wasser vorhanden seien. "Die Potenziale sind so riesig, dass der Energiebedarf der Erde damit längst gedeckt werden könnte", sagte er. Verhindert werde ein grundlegender Umbau des Energiesystems durch die großen Energiekonzerne.
Bei der Veranstaltung in Göttingen diskutierten Experten aus dem In- und Ausland über die politischen und sozialen Folgen der Klimaveränderung. Die Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich am Freitag in Vorbereitung des Kopenhagener Gipfels auf Finanzierungsfragen in der Klimapolitik verständigt. Die Gemeinschaft hob die Notwendigkeit hervor, sich auf eine weltweite Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2050 um 50 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu verständigen.
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Die EU hat auf ihrem Gipfel in Brüssel die Weichen zum Weltklimagipfel in Kopenhagen im Dezember gestellt und sich am Freitag auf eine gemeinsame Verhandlungsstrategie verständigt. Dabei werden unter anderem den Entwicklungsländern langfristig milliardenschwere Hilfen in Aussicht gestellt.
Im Zeichen des Streits um die künftige Klimafinanzierung hat am Donnerstag in Brüssel der EU-Herbstgipfel begonnen. Auf dem zweitägigen Treffen wollen die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Mitgliedsländer ihre Position für den Weltklimagipfel in Kopenhagen im Dezember abstimmen.
Bundespräsident Horst Köhler fordert rasche Fortschritte beim Klimaschutz. Keine Nation könne mehr "auf Kosten anderer ihr Glück machen", mahnte Köhler am Sonntag anlässlich der Verleihung des Deutschen Umweltpreises in Augsburg. Er hoffe, dass sich im Dezember bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen die Verhandlungsdelegationen "dieser Verantwortung bewusst sind".
Durch den Anbau von Pflanzen für Biokraftstoffe könnten mehr klimaschädliche Gase freigesetzt werden als bislang angenommen: Zum einen durch das Abholzen von Wäldern, die Anbauflächen Platz machen müssen, zum anderen durch den Einsatz von Düngemitteln. Damit werde der Klimawandel eher verstärkt als vermindert.Strompreise vergleichen
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