Möglicher Blackout

Umweltbundesamt weist Warnungen vor Stromengpässen zurück

Das Umweltbundesamt weist die Warnung des Energiekonzerns RWE und des Verbands der Energie- und Wasserwirtschaft vor Stromengpässen zurück. Dies sei "einfach nicht richtig". Statt herkömmlichen Kraftwerken fordert das Amt den Einsatz von effizienter Kraft-Wärme-Kopplung.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Bremen (ddp/sm) - "Ich empfinde das als unzulässige Drohung. Eigennützige Argumente müssen ja nicht immer falsch sein, aber in diesem Fall teile ich sie nicht", sagte der Präsident des Amtes, Andreas Troge, dem "Weser-Kurier". Der Behördenchef reagierte damit auf die von der Energiewirtschaft immer wieder geäußerte Kritik am Ausstieg aus der Atomenergie und an den zunehmenden Bürgerwiderständen gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke.

Troge gestand zwar ein, er könne sich Situationen vorstellen, in denen Deutschland keinen Strom mehr exportieren könne - kritisierte aber zugleich die Warnungen vor einem möglichen Blackout: "Jetzt zu sagen, bei uns gingen die Lichter aus, weil wir mit dem Bau neuer Kraftwerke nicht nachkommen, ist einfach nicht richtig."

Der Behördenchef forderte die Kraftwerkbetreiber auf, in die effizientere Kraft-Wärme-Kopplung zu investieren. Herkömmliche Kraftwerke, die bei der Stromerzeugung Wärme in die Umwelt abgeben und diese nicht nutzten, seien "ab dem Jahr 2013 wegen des Emissionshandels unwirtschaftlich".