Der Nutzen des Mülls

Umweltbundesamt setzt auf Energiepotenzial des Abfalls

Bundesumweltminister Gabriel und UBA-Präsident Troge haben bei der Vorstellung des UBA-Jahresberichts 2006 betont, es schlummerten "große Einsparpotenziale" im Abfall. "Wir sollten einen größeren Teil unseres Energiebedarfs auch aus Abfällen decken", sagte Troge.

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Dessau-Roßlau (red) - Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Prof. Dr. Andreas Troge, haben am Dienstag den Jahresbericht 2006 der Behörde vorgestellt. "Der Klimaschutz steht als zentrale Zukunftsaufgabe im Mittelpunkt der Politik der Bundesregierung. Aber auch Themen wie der Schutz der Menschen vor gesundheitlichen Schäden durch Umweltbelastungen und der nachhaltige Umgang mit den Ressourcen bleiben wichtig", sagte Sigmar Gabriel.

In der vergangenen Woche habe die Bundesregierung mit der Verabschiedung des Klimaschutz-Paketes die Weichen richtig gestellt, so Gabriel. "Jetzt gilt es entschieden und schnell zu handeln. Denn wir haben keine Zeit zu verlieren." Das Umweltbundesamt will mit seinen Aktivitäten maßgeblich die Umsetzung des ehrgeizigen Klimaschutzprogramms unterstützen.

Natürliche Ressourcen zu schonen, bildet einen Schwerpunkt des UBA-Jahresberichtes. Große Einsparpotentiale schlummern hier nach Meinung des UBA im Abfall. "Anstatt die knapper werdenden Vorräte an Gas, Öl oder Kohle zu verfeuern, sollten wir einen größeren Teil unseres Energiebedarfs auch aus Abfällen decken", sagte UBA-Präsident Troge.

Allein mit einer optimierten Nutzung landwirtschaftlicher Reststoffe und Bioabfälle, beispielsweise aus privaten Haushalten sowie Gülle und Stroh, ließen sich jährlich rund 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten einsparen. Weitere drei Millionen ließen sich mit den bestehenden Hausmüllverbrennungsanlagen bei verbesserten Möglichkeiten zur Wärmenutzung erzielen. Allein zwischen 1990 und 2005 trug die Abfallwirtschaft in Deutschland mit rund 46 Millionen Jahrestonnen CO2-Äquivalenten zur Emissionsminderung mit rund einem Fünftel zu der in diesem Zeitraum erreichten Gesamtreduktion bei.