Internationaler Vergleich

Umweltbewusstsein der Deutschen nur mittelmäßig

In Deutschland trennt man Müll und nutzt Energiesparlampen, doch dies reicht noch nicht aus für ein vorbildliches Umweltverhalten. In einer Studie, bei der die Nachhaltigkeit in Bezug auf Haushalt, Transport, Essen und Konsum von 14 Ländern verglichen wurde, rangiert Deutschland nur im Mittelfeld.

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Hamburg (red) - Für die Studie "Greendex 2008: Konsumentenentscheidungen und die Umwelt" wurden 14.000 Konsumenten in 14 Ländern befragt. Ein dabei ermittelter "Greendex" gibt an, wie umweltbewusst die Menschen leben und entscheiden. Deutschland rangiert dabei mit einem Greendex von 50.2 nur im Mittelfeld. Indien und Brasilien schneiden am Besten ab, die Vereinigten Staaten werden an letzter Stelle gelistet.

Im Bereich Haushalt sind die Deutschen Spitzenreiter in Sachen Nachhaltigkeit. Der Befragung zufolge haben 41 Prozent in den letzten Jahren ihr Haus isolieren lassen, 44 Prozent der Gebäude haben Thermofenster, 26 Prozent energiesparende Heizvorrichtungen. Alternativ-Strom ist in Deutschland einfach zu beziehen.

Weniger gut sind die Ergebnisse im Bereich Transport. Auch wenn ein Drittel der Bundesbürger im letzten Jahr öfters das Fahrrad benutzt habe, so fahren doch 50 Prozent täglich und allein mit dem Auto. Nur 18 Prozent benutzen öffentliche Verkehrsmittel. Auch im Bereich Konsum schneidet Deutschland weniger gut ab. Nur 13 Prozent der Bundesbürger versuchen stetig, den Kauf umweltschädigender Produkte zu vermeiden. Ein Pluspunkt: 53 Prozent recyclen, 51 Prozent verwenden ihre Einkaufstüten mehrmals. Beim Essen bemühen sich die Deutschen zwar um den Verzehr regionaler Produkte, trinken jedoch mehr Wasser aus Plastikflaschen als jede andere Nation.

Insgesamt bemühen sich die Bundesbürger laut Greendex weniger als andere Bevölkerungen, sparsam mit natürlichen Ressourcen umzugehen und machen sich weniger Gedanken über die Folgen von Umweltschäden und Veränderungen durch das Klima.