Fehlende Handlungsbereitschaft

Umweltaktivisten fordern mehr Geld für Klimaschutz

Greenpeace-Aktivisten sind am Montag auf die Türme der Deutschen Bank-Zentrale in Frankfurt am Main geklettert und haben dort ein riesiges Plakat mit der Aufschrift "Wäre die Welt eine Bank, hättet Ihr sie längst gerettet" angebracht. Damit fordern die Umweltschützer von der Bundesregierung, mehr Geld für Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern auszugeben.

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Frankfurt/Main (ddp/sm) - Die Türme der Deutschen Bank stehen laut Greenpeace symbolisch für Banken, die wiederholt Unterstützung in Milliardenhöhe durch die Regierung erhalten haben. Während der Klimaschutz unter der fehlenden Handlungsbereitschaft der Bundesregierung leide, seien zum Beispiel für die Rettung der Hypo Real Estate einmalige Garantien in Höhe von 102 Milliarden Euro bereitgestellt worden, kritisierte die Umweltorganisation.

"Konjunkturkrise und Klimawandel lassen sich gemeinsam bekämpfen", sagte Greenpeace-Klimaexperte Karsten Schmid. Es sei Zeit für ein Investitionsprogramm in grüne Technologien, einen grünen "New Deal".

Nach Berechnungen der Organisation müssten die Industrieländer jährlich mindestens 110 Milliarden Euro aufbringen, um den weltweiten Treibhausgasausstoß wirksam zu begrenzen. Auf Europa, wo die Staats- und Regierungschefs diese Woche beim Frühjahrsgipfel über ihre Position zur Finanzierung des weltweiten Klimaschutzes entscheiden, entfallen den Angaben zufolge Zahlungen von 35 Milliarden Euro pro Jahr. Die Umweltschützer forderten, Deutschland müsse in der EU eine Führungsrolle einnehmen und mindestens sieben Milliarden Euro im Jahr bereitstellen.