Gesellschaftskonflikt

Umwelt-Staatssekretär Machnig warnt vor Neubau von Atommeilern

Der Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Matthias Machnig, befürchtet tiefgreifende gesellschaftliche Folgen, sollten neue Atomkraftwerke in Deutschland geplant und gebaut werden. Das Deutsche Atomforum betont jedoch, es gehe nicht um den Neubau von Kraftwerken, sondern um die Laufzeitverlängerung bestehender Anlagen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Ludwigshafen (ddp/sm) - "Der Bau neuer Atomkraftwerke ist in Deutschland gesetzlich verboten. Der Atomkonsens hat einen jahrzehntelangen tiefgreifenden Konflikt in unserer Gesellschaft befriedet. Wer diesen Konsens aufkündigt, der trägt Verantwortung dafür, wenn die alten Gräben wieder aufgerissen werden", sagte Machnig der "Rheinpfalz".

Walter Hohlefelder vom Deutschen Atomforum hielt laut Zeitung dagegen, die Frage nach neuen Kernkraftwerken "stellt sich auf absehbare Zeit nicht". Zumal dann nicht, wenn die Laufzeiten verlängert würden. Zugleich verwies er auf Umfragen, die zeigten, dass sich die Argumente, die international zu einem "Aufschwung der Kernenergie geführt haben, auch in der Einstellung der deutschen Bevölkerung widerspiegeln".

Machnig verwies seinerseits auf die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien. Deutschland sei hier einer der Weltmarktführer, betonte er. "2007 arbeiteten rund 250.000 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien, bis 2020 wird mit einer Zunahme auf 400.000 gerechnet."