Gegen Kraftwerksausbau

Umwelt-Aktivisten blockieren Zufahrt zu EnBW-Kohlekraftwerk

Aktivisten der Umweltorganisation Robin Wood blockieren seit dem frühen Morgen die Zufahrt zum Kohlekraftwerk des Energiekonzerns EnBW am Rheinhafen in Karlsruhe. Sie stellten zwei sechs Meter hohe Dreibeine aus Gerüststangen auf, in deren Spitze sich vier Kletterer mit Seilen sicherten.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Karlsruhe (ddp/sm) - An der Aktion sind insgesamt 13 Umweltaktivisten beteiligt. Sie protestieren damit gegen das Vorhaben der EnBW, die Leistung des Kohlekraftwerks auf mehr als das Doppelte auszubauen. Dies wäre "Gift für das Klima".

Die Aktion solle den ganzen Montag andauern und bis Dienstag fortgesetzt werden, "sofern wir nicht geräumt werden", sagte Robin-Wood-Aktivist Erik Mohr am Vormittag auf ddp-Anfrage. "Wir sind auf eine Übernachtung eingestellt", betonte er. Die Kletterer hätten sich Betten aufgehängt und seien mit Schlafsäcken ausgerüstet. Die Zufahrt zum Kraftwerk sei zumindest für Lkw blockiert. Der Pkw-Verkehr werde von der Polizei umgeleitet. Die Kraftwerksleitung halte sich zurück und habe noch nicht Stellung genommen, sagte Mohr.

Robin Wood forderte die EnBW auf, die vorgesehene Investitionssumme von rund einer Milliarde Euro in erneuerbare Energien und Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Koppelung zu stecken. Steinkohle zu verbrennen, sei eine besonders klimaschädliche Form der Stromerzeugung. Den Angaben zufolge hatte eine Mehrheit aus CDU, SPD und Karlsruher Liste (KAL) im Stadtrat für den Ausbau der Kohleverstromung gestimmt.