Steigende Strompreise

Umfrage: Stadtwerke wollen eigene Stromerzeugung erhöhen

Um unabhängiger von steigenden Preisen zu sein, planen immer mehr Stadtwerke und regionale Versorger die eigenen Kapazitäten zur Stromerzeugung auszubauen. Das ergab eine aktuelle Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Einen Ausstieg aus der Kernenergie befürworten die wenigsten.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Angesichts steigender Strompreise wollen immer mehr Stadtwerke und regionale Energieversorger selbst in die Stromerzeugung einsteigen. 28 Prozent planen eine Kraftwerksbeteiligung, immerhin jedes neunte Stadtwerk will sogar in ein eigenes Kraftwerk investieren. Das ist das Ergebnis einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, die auf einer Befragung der Vorstände und Geschäftsführer von 105 deutschen Stadtwerken und regionalen Energieversorgern beruht.

Derzeit sind die deutschen Stadtwerke und regionalen Energieversorger unterproportional in der Stromerzeugung vertreten. Ihr Marktanteil bei der Stromerzeugung liegt laut Ernst & Young derzeit bei knapp zehn Prozent, während sie über etwa 30 Prozent Marktanteil in der Verteilung des Stroms an Endkunden verfügen. Angesichts der deutlich gestiegenen Großhandelspreise für Strom habe das Thema Stromerzeugung daher für die Stadtwerke an Bedeutung und Aktualität gewonnen. "Vor dem Hintergrund der stetig steigenden Stromkosten planen viele Energieversorger neu", kommentierte Helmut Edelmann, Autor der Studie und Direktor Energieversorgung bei Ernst & Young.

Zwar biete die eigene Stromerzeugung die Möglichkeit, unabhängiger von Marktschwankungen zu agieren und von steigenden Marktpreisen profitieren zu können. es gebe jedoch auch vielfältige Risiken, warnt Edelmann. "An erster Stelle ist hier natürlich die weitere Entwicklung der Brennstoffpreise zu nennen. Aber auch die von der Politik gesetzten Rahmenbedingungen - etwa die Ausgestaltung des Emissionshandels sowie Auflagen und Genehmigungen beim Bau von Kraftwerken - können die Rentabilität von Investitionen schnell gefährden".

Die Studie ergab auch, dass es unter den Stadtwerken und regionalen Energieversorgern eine klare Mehrheit für eine Renaissance der Kernenergie gibt: Nur 14 Prozent der Unternehmen sprechen sich für die Beibehaltung des vereinbarten Ausstiegs aus der Kernenergie aus. 79 Prozent hingegen befürworten die weitere Nutzung der Kernenergie. Begründung: Sicherung einer preiswerten Stromversorgung und Gewährleistung der Versorgungssicherheit.

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  • Die Studie kostet 99 Euro - der Download der Zusammenfassung hier ist kostenlos.