Trügerische Sicherheit

Umfrage: Engpass bei fossilen Brennstoffen früher als gedacht

Fossile Brennstoffe sind begrenzt. Diese Botschaft scheint jedoch noch nicht bei allen Deutschen angekommen zu sein. Derzeit haben Öl, Gas und Kohle den Markt fest im Griff. Das zeigt eine vom Fernsehsender Discovery Channel in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage.

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München (red) - Anlässlich des Starts der neuen Dokumentarserie "Herausforderung Zukunft" auf dem Sender wurden vom 10. bis 13. August 2007 in ganz Deutschland 1003 Personen zu ihrer Meinung bezüglich der Energieversorgung der Zukunft und Ressourcenknappheit befragt.

Fossile Brennstoffe wie Gas und Erdöl werden knapp. Laut der Internationalen Energie-Agentur (IEA) ist es möglich, dass die steigende Nachfrage nach Öl bereits ab 2010 nicht mehr von den Förderländern gedeckt werden kann. Diese Tatsache ist der Mehrheit der Deutschen jedoch nicht bekannt: Gerade mal jeder achte Bundesbürger (13 Prozent) rechnet in den nächsten zehn Jahren mit einer Verknappung fossiler Brennstoffe. Der Großteil der Deutschen (56 Prozent) geht dagegen von 11 bis 50 Jahren aus. Weitere 20 Prozent sind sogar der Meinung, dass die weltweiten Gas- und Ölreserven erst in 51 bis 100 Jahren ausgeschöpft sein werden. Fakt ist jedoch, dass die globalen Erdölvorräte bereits innerhalb der nächsten 50 Jahre vollkommen aufgebraucht sein werden. Regenerative Energiequellen sind für die Energieversorgung der Zukunft damit unumgänglich. Doch wie vertraut sind die Deutschen mit erneuerbaren Energieträgern?

Die bekannteste erneuerbare Energiequelle ist die Sonnenenergie. Knapp drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) kennen sie, dicht gefolgt von der Windenergie, die 69 Prozent der Befragten bekannt ist. Wasserkraft und Biomasse sind mit 47 Prozent beziehungsweise 43 Prozent etwa der Hälfte der Bevölkerung geläufig. Weit abgeschlagen auf dem letzten Platz der Bekanntheitsskala: Geowärme mit 18 Prozent. Überraschend: Ganze 11 Prozent der Deutschen können keinerlei erneuerbare Energiequelle nennen. Obwohl die Sonnenenergie der Deutschen liebstes Kind zu sein scheint, wird dennoch kaum welche produziert. 2006 betrug ihr Anteil am Primärenergieverbrauch in Deutschland weit weniger als 1 Prozent. Das Gleiche gilt auch für Wind- und Wasserkraft. Mineralöle (35 Prozent), Erdgas (23 Prozent) und Kohle (24 Prozent) haben den deutschen Energiemarkt momentan noch fest in der Hand. Doch wenn es nach der Mehrheit der Deutschen geht, könnte sich das schnell ändern.

Etwa drei Viertel der Bundesbürger (77 Prozent) würden persönlich alternative Energiequellen nutzen, auch wenn dies mit höheren Kosten oder Investitionen verbunden wäre. Und das gilt nicht nur für die, die über das nötige Kleingeld verfügen. Selbst die Mehrheit der Haushalte mit weniger als 1.000 Euro Nettoeinkommen (69 Prozent) wäre bereit, tiefer in die Tasche zu greifen, um erneuerbare Energieträger zu nutzen. Bei Haushalten mit mehr als 3.000 Euro Nettoeinkommen sind es sogar 87 Prozent.