Elektromobilität

Umfrage: E-Autos sind wenig beliebt

Mit dem Elektroauto könnte die Luftverschmutzung verringert und somit Umweltprobleme reduziert werden. Allerdings kommen die Fahrzeuge nicht sehr gut bei den Deutschen an, so das Ergebnis einer Umfrage. Während die Hersteller fleißig Modelle herausbringen, sinkt auf Verbraucherseite die Bereitschaft zum Kauf.

Solarauto© Petair / Fotolia.com

Hannover (dpa/red) – Das Elektroauto hat hierzulande laut einer Umfrage ein beachtliches Imageproblem. Neben den bekannten Schwierigkeiten wie geringer Reichweite, hohem Preis und langen Ladezeiten wecken die batteriegetriebenen Fahrzeuge auch kaum Emotionen. Das ergab eine für Autofahrer in Deutschland repräsentative Umfrage des Autozulieferers Continental, die der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag. Gut zwei Drittel bewerten E-Autos demnach zwar als umweltfreundlich und vernünftig. Doch nur rund jeder Vierte sieht die kaufentscheidenden Imagefaktoren Fahrspaß, attraktives Design und Sportlichkeit gegeben.

Bereitschaft zum Kauf ist gesunken

Laut der Umfrage sank zuletzt auch spürbar die Bereitschaft, in vier bis zehn Jahren ein E-Auto zu kaufen. In der Gruppe junger Leute bis 30 Jahre sanken die Werte von 47 auf 34 Prozent. Die Gruppe mittleren Alters (31 bis 59) zeigt den gleichen Trend (46 auf 35 Prozent). Und ausgerechnet in der kaufstarken Gruppe ab 60 Jahren stabilisiere sich "eine zurückhaltende Haltung auf einem Niveau von 40 Prozent". Alle Studienergebnisse will der Dax-Konzern am 29. Januar vorlegen.

Continental-Vorstand José Avila schlussfolgert: "Nach dem Boom vor einigen Jahren befinden sich reine Elektroautos aktuell in einer Imagefalle." So zeigt die regelmäßig erhobene Umfrage auch, dass bei jungen Autofahrern seit 2011 die Zahl derjenigen sprunghaft anstieg (von 0 auf 20 Prozent), die auf ein E-Auto nur dann umstiegen, wenn Verbrennungsmotoren überhaupt nicht mehr zur Verfügung stünden.

Einen Ausweg sieht Avila in der Kombination der E-Antriebe mit Dieseln und Benzinern. Dies erlaube es Autofahrern bei vernünftigen Kosten auch, "erste Erfahrungen mit Elektromobilität zu sammeln".

Hersteller bringen mehr E-Autos auf den Markt

Die Hersteller haben jedoch im vergangenen Jahr aufgerüstet: Laut Verband der Automobilindustrie (VDA) kamen 17 Serienmodelle aus deutscher Produktion auf den Markt. 2015 sollen noch einmal zwölf weitere herauskommen. BMW hatte bereits 2013 den i3 herausgebracht - und bis November 2014 knapp 14.000 Modelle verkauft. Vom Plug-In-Hybrid-Sportwagen i8, der seit Anfang Juni ausgeliefert wird, gingen nur knapp 1.000 auf den Markt. Der i3 der Münchner kostet in der Einstiegsvariante etwa knapp 35.000 Euro.

Europas größter Autobauer Volkswagen hat seinen Kleinwagen Up in einer Version mit Elektromotor auf den Markt gebracht. Der E-Up kostet fast 27.000 Euro. Zum Vergleich: Das Basismodell des Kleinwagens ist für 9.975 Euro zu haben - allerdings mit deutlich weniger Ausstattung als sein Elektrobruder. Der E-Golf ist seit Mai 2014 erhältlich - kostet allerdings auch mindestens 35.000 Euro.

Daimler hat über die Kleinwagenmarke Smart ein E-Auto im Programm. Außerdem kam 2014 die B-Klasse mit Elektroantrieb heraus. Daimler will genau wie seine Konkurrenten künftig stärker auf Plug-in-Hybride setzen, die Verbrennungsmotor und Elektroantrieb kombinieren.

Quelle: DPA