Klimaschutz und Windenergie

Umfrage: Deutsche zeigen hohes Umweltbewusstsein

Laut einer Umfrage des Bundesumweltministeriums und Umweltbundesamtes steht der Umweltschutz auf Platz drei der wichtigsten Probleme in Deutschland. Zwei Drittel der Befragten befürworten den Ausbau der Windenergie. Atomkraftwerke und die damit verbundenen Abfälle hingegen bereiten vielen Bürgern große Sorgen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - 92 Prozent der Bevölkerung halten Umweltschutz für wichtig. Damit erhalten Klimaschutzpolitik und Ausbau der Windenergie großen Zuspruch bei den Bürgern. Dies ergab eine neue Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland, die Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt (UBA) in Auftrag gegeben haben.

"Wirksamer Umweltschutz braucht gesellschaftliche Mehrheiten und das Engagement der Bürgerinnen und Bürger", kommentierte Umweltminister Jürgen Trittin. "Dafür ist das hohe Umweltbewusstsein der Menschen eine wichtige und gute Voraussetzung. Ich freue mich besonders, dass der Klimaschutz und der Ausbau der erneuerbaren Energien eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung finden. Das bestätigt unseren eingeschlagenen Kurs, den wir konsequent weiter verfolgen werden." Um dafür zu sorgen, dass der Umweltschutz weterhin wichtig für die Menschen bleibt, müsse in der Kommunikation mehr getan werden als früher. So müssten Umweltschützer deutlicher machen, was der Schutz im Alltag bringt, beispielsweise mehr Lebensqualität und Gesundheit, meint UBA-Präsident Andreas Troge.

Das hohe Umweltbewusstsein der Deutschen sei besonders erfreulich vor dem Hintergrund, dass die Menschen die Umweltverhältnisse überwiegend positiv einschätzen. 82 Prozent beurteilen die Umweltqualität in Deutschland als sehr gut oder recht gut, das entspricht den Umfrageergebnissen von 2002. In Ostdeutschland setzt sich der Trend zu einer kontinuierlich besseren Bewertung fort: Dort beurteilen inzwischen 80 Prozent die Umweltverhältnisse positiv, was einer Steigerung von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

56 Prozent der Bevölkerung möchten, dass Deutschland in der EU eine klimapolitische Vorreiterrolle einnimmt. Inzwischen schätzen auch 53 Prozent die Risiken des globalen Klimawandels als für sich persönlich sehr gefährlich ein. Für den Ausbau der Windenergie sprechen sich über zwei Drittel der Befragten aus. In allen Altersgruppen der Unter-50-Jährigen wird die Windenergie weit besser bewertet, die Über-50-Jährigen dagegen sehen die Windenergie skeptischer. Die größten Sorgen rufen nach wie vor die Risiken der Atomenergie hervor. 59 Prozent der Befragten bewerten Atomkraftwerke und radioaktiven Müll als äußerst oder sehr gefährlich für sich und ihre Familie.

Im Auftrag von Bundesumweltministerium und UBA wird seit 1991 alljährlich, seit 1994 alle zwei Jahre, das Umweltbewusstsein der Deutschen ermittelt. Laut Umfrageergebnis ist der Umweltschutz in der Rangfolge der wichtigsten Probleme in Deutschland von Platz vier auf Platz drei gestiegen. Das wichtigste Problem sei die Arbeitslosigkeit, Platz zwei belegt die wirtschaftliche Lage.