Versorgungssicherheit

Umfrage: Deutsche halten russisches Erdgas für sicher

Laut einer jetzt vorliegenden Studie des Berliner Meinungsforschungsinstituts forsa zur "Versorgungssicherheit im deutschen Energiemarkt" machen sich über 70 Prozent der Bundesbürger Gedanken über eine sichere Energieversorgung der Bundesrepublik. Klarer (fossiler) Favorit der Deutschen ist Erdgas.

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Berlin (red) - Die Ende März durchgeführte repräsentative Studie unter knapp 1000 volljährigen Bundesbürgern beschäftigte sich neben der Frage der Versorgungssicherheit vor allem mit dem richtigen Energiemix: Dabei zeigte sich, dass der Energieträger Erdgas vor Kohle, Erdöl oder Atomkraft klarer Favorit der Deutschen unter den konventionellen Energieträgern ist.

Neben Norwegen, den Niederlanden und Kanada zählen die Bundesbürger laut der Umfrage Russland zu den zuverlässigen Energielieferanten. Ländern des Nahen Ostens oder Nordafrikas trauen teilweise weniger als zehn Prozent eine zuverlässige Versorgung mit Erdgas zu. Über die Hälfte der Bundesbürger spricht sich dafür aus, zur Deckung des steigenden Energiebedarfs den Ausbau der Energiepartnerschaft mit Russland fortzuführen und zu erweitern. Um die Versorgungssicherheit zu verbessern, befürworten sogar zwei Drittel der Bundesbürger, dass sich deutsche Firmen - wie die BASF-Tochter Wintershall - direkt bei der Erschließung und Förderung von Erdgas in Russland engagieren.

Gleichzeitig bestehen auch kaum Vorbehalte gegenüber dem größten russischen Erdgasproduzenten Gazprom, sollte dieser sich im Endkundengeschäft engagieren. So erhoffen sich knapp 70 Prozent der Befragten durch die Einbindung des russischen Unternehmens in den deutschen Endverbrauchermarkt, wie es zurzeit im Rahmen des Joint-Ventures WINGAS GmbH zwischen Wintershall und Gazprom realisiert wird, eher positive Effekte in punkto Versorgungssicherheit. In diesem Zusammenhang befürworten auch über drei Viertel der Befragten den Bau der geplanten Ostseepipeline NEGP, um die Gasversorgung zwischen Russland, Deutschland und weiteren europäischen Staaten zu sichern. Die Bundesbürger sehen laut Umfrage in der Ostseepipeline eine sinnvolle Ergänzung zu den bisherigen Pipelineverbindungen über die Ukraine oder Weißrussland, die über 70 Prozent für eine zu riskante Option zur nachhaltigen Erdgasversorgung betrachten.

Grundsätzlich aufgeschlossen zeigen sich die Bundesbürger auch gegenüber einem politischen Engagement zum Ausbau internationaler Energiepartnerschaften: So befürworten etwa 60 Prozent der Befragten quer durch alle politischen Lager das aktuelle Engagement des früheren Bundeskanzlers Gerhard Schröder im Aufsichtsrat der Ostsee-Pipeline mit der Begründung, dass sie darin einen sinnvollen Beitrag für mehr Versorgungssicherheit Deutschlands mit russischem Erdgas sehen.