Glaubwürdig

Umfrage: Bürger vertrauen der Regierung beim Klimaschutz

Laut einer Umfrage genießt die Bundesregierung das Vertrauen der Bürger beim Klimaschutz. Das Vorhaben, konkrete Maßnahmen zu beschließen, sehen viele positiv, die Mehrheit erwartet aber keinen Durchbruch in Heiligendamm. Steuererhöhungen für den Umweltschutz erteilen die Befragten eine klare Absage.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hamburg (red) - Nach einer repräsentativen Umfrage, die im Auftrag von Shell Deutschland durch TNS Infratest durchgeführt wurde, genießt die Bundesregierung beim Klimaschutz hohe Glaubwürdigkeit: Mehr als zwei Drittel der Befragten (69 Prozent) glauben, dass die Regierung es mit ihren Vorschlägen ernst meint. Gleichzeitig glauben aber nur rund ein Drittel der befragten Personen (31 Prozent), dass auf dem G8-Gipfel in Heiligendamm ein Durchbruch erreicht werden kann. Trotzdem findet die Zielsetzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die teilnehmenden Länder bei Fragen des Klimaschutzes in die Verantwortung einzubinden und konkrete Maßnahmen zu beschließen, breite Zustimmung in der Bevölkerung (95 Prozent).

Deutschland hat Vorreiterrolle beim Umweltschutz

Die Mehrheit der Befragten (53 Prozent) zeigt sich skeptisch, dass es der Menschheit gelingen wird, sich bis zum Jahr 2020 auf wirksame Maßnahmen zu einigen, um den drohenden Klimawandel abzuwenden. Eine Vorreiterrolle beim Umweltschutz wird sowohl Deutschland (76 Prozent) als auch der Europäischen Union (70 Prozent) zugeschrieben. Wenig Vertrauen bringt die Bevölkerung dagegen den USA (19 Prozent), Russland (12 Prozent), China und Indien (13 Prozent) entgegen. Den Vereinten Nationen und nichtstaatlichen Organisationen (wie Greenpeace oder attac) wird beim Thema Klimaschutz nur von etwa der Hälfte der Befragten (50 bzw. je 51 Prozent) Durchsetzungskraft zugetraut.

Keine Steuererhöhungen für Umweltschutz

Eine deutliche Mehrheit der Bürger (71 Prozent) spricht sich gegen eine Erhöhung von Verbrauchssteuern zum Zweck des Umweltschutzes aus. Drei Viertel der Befragten (74 Prozent) glauben nicht, dass Steuererhöhungen einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Zudem finden fast zwei Drittel (63 Prozent), dass Steuererhöhungen sozial ungerecht sind. 17 Prozent der Befragten gaben jedoch an, sich bereits ein Auto mit geringerem CO2-Ausstoß zugelegt zu haben oder dies zu planen (43 Prozent).

Im Nachgang der 15. Shell Jugendstudie wurden 2.000 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren durch TNS Infratest Sozialforschung (München) zum Thema Klimaschutz im Zeichen des G8-Gipfels befragt.