Energiewende

Umdenken in der Bevölkerung muss gefördert werden

Der atomare Notstand in Japan schärft nach Ansicht des niedersächsischen Energieexperten Hans-Peter Beck das Bewusstsein deutscher Verbraucher für die Notwendigkeit der alternativen Energiegewinnung. Noch würden sich jedoch zu wenige mit dem Thema auseinandersetzen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Goslar (dapd-nrd/red) - Die Geschehnisse in Japan riefen langsam ein Umdenken hervor, sagte der Leiter des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen (EFZN) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd in Goslar.

Regionale Energiekonzepte fördern

"Ich habe den Eindruck, dass unser Ansatz zur Bestärkung der regenerativen Quellen und der Energieeffizienz jetzt Schwung bekommt", sagte Beck. Er plädiert dafür, regionale Energiekonzepte zu fördern. Der Anteil von regenerativen Energien an der Stromgewinnung liege zum Beispiel beim Versorger Harz Energie oder der Stadt Goslar um die zehn Prozent, das sei nicht akzeptabel. Deshalb würden auf dem Kongress auch moderne Konzepte wie etwa die regionale Energiegewinnung durch Holzhackschnitzel-Vergasung diskutiert.

Das EFZN wolle mit seiner Arbeit dazu beitragen, den Übergang in ein zukünftiges Energiesystem zu schaffen, sagte Beck. Die Forschung könne aber alleine nichts bewegen. "Wir können Ideen auf den Tisch legen, aber wir brauchen jemanden, der sie umsetzt", forderte der Professor für elektrische Energietechnik an der TU Clausthal. Gebraucht werde die Wirtschaft sowie die Kommunen als Betreiber der alternativen Konzepte.

Energiewende erfordert stärkeres Verbraucherbewusstsein

Gleichzeitig seien die Verbraucher aufgefordert, sich stärker mit der Herkunft und den Preisen ihrer Energie auseinanderzusetzen. "Viele Verbraucher verstehen mehr vom Auto als von der Stromrechnung", sagte Beck. Wenn er Studenten in seinen Vorlesungen frage, wisse jeder den Benzinpreis, aber kaum einer den Strom- und Gaspreis. "Da merkt man, dass die ganze Thematik elektrische Energie nicht so im Bewusstsein ist wie die Tanksäule. Und da ist was zu tun", forderte Beck.